Mitteilungen (2018)

Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg hat die Freude, Sie zu einem kulturellen Nachmittag anlässlich des französischen Nationalfeiertags

am 14. Juli 2018 um 14:30 Uhr

in der Kurpark-Residenz Bellevue
An der Lichtentaler Allee - Ludwig-Wilhelm-Strasse 26
76530 Baden-Baden

einzuladen

Konferenzthema: Gaston Monnerville -22 Jahre Senatspräsidentschaft
Referent : Serge Chéri-Zécoté.

Eine Auswahl an Kuchen, Kaffee, Tee und frischen Getränken werden zur Freude des Zusammenseins angeboten.

Eine Teilnahme von 6€ pro Person ist erwünscht. Aus organisatorischen Gründen ist dieser Betrag auf das Vereinskonto per Überweisung einzuzahlen (Sparkasse Baden-Baden-BLZ 662 500 30-Kto.-Nr 50101773-BIC SOLADES1BAD - IBAN DE03662500300050101773). Die Überweisung gilt als Anmeldung.

Herzliche Grüße

Der Vorstand

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Veranstaltungsbericht 27.April 2018

Baumpflanzung

Am 27. April 2018, 170.Jahrestag des Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien, wurde eine doppelte Baumpflanzung in Baden-Badens Parkanlagen von dem Verein durchgeführt: ein erster Kastanienbaum anlässlich des 15- jährigen Bestehens des 2003 gegründeten Vereins, ein zweiter zu Ehren des 90. Geburtstags des Schriftstellers Edouard Glissant.

Lesen Sie dazu den Zeitungsartikel in der Spalte "Presse".

Hier die Ansprachen bei dieser Veranstaltung und dem Nachfolgenden Empfang im Park-Hotel-Atlantic und einige Bilder dieser Veranstaltung.

Ansprache von Serge Cheri-Zécoté, Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg E.V.

Sehr geehrter Damen und Herren, seien Sie Heute am Tag des 27. April, dem Datum der Unterzeichnung des Dekrets über die Abschaffung der Sklaverei in Frankreich, herzlich willkommen.

Ich habe die große Ehre und das Vergnügen, den offiziellen Vertreter der Oberbürgermeisterin von Baden-Baden Joachim Knöpfel zu begrüßen. Wir begrüßen auch Gerhard Kesselhut, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden, begleitet wie immer von einigen namhaften Mitgliedern dieses geschätzten Kreises, unter denen das Ehepaar Klümper-Lefebvre, Wohltäter-Mitglieder des Verein der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V., sowie der Präsident a.D. der deutsch-französischen Gesellschaft Jean-Pierre Bricout und seine Gattin Marianne. Ich danke auch für ihre bedeutenden Anwesenheit, Frau Martine Schöppner, Vizepräsidentin der Versammlung der Auslandsfranzosen und konsularische Rätin.

Dank dem Leiter des Gartenamtes werden Heute zwei Bäume, einer für die 15 Jahre der Existenz unseres Vereins und ein weiterer für die 90 Jahre der Geburt des Schriftstellers aus Martinique Edouard Glissant, gepflanzt.

Herr Vertreter des Gartenamtes, unsere Grüße gehen jetzt an Sie, sowie das Wort.

Ansprache von Gerhard Kesselhut, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden

Sehr geehrter Herr Präsident,
Lieber Herr Chéri-Zécoté,

Im Namen der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden spreche ich Ihnen und Ihrem Vorstand zum 15-jährigen Jubiläum des Vereins die allerherzlichsten Glückwünsche aus. Wir freuen uns sehr, mit Ihnen dieses besondere Ereignis feiern zu dürfen.

Vor genau vier Jahren durften wir schon einmal das Glück der Baumpflanzung mit Ihnen teilen. Damals haben Sie zu Ehren Aimé Césaires einen Kirschmahagoni gepflanzt. Heute gleich zwei Bäume, einen zu Ihrem Jubiläum und den zweiten zum neunzigsten Geburtstag des Schriftstellers Edouard Glissant.

Bei so viel Naturverbundenheit war es nicht schwer, ein passendes Geschenk zur Erinnerung an diesen Tag zu finden. Möge der wunderschöne Bildband von Nathalie Dautel "Gärten, Parks und wilde Schönheiten - Paradiese in Baden-baden " Ihnen und den Mitgliedern des Vereins viel Freude bereiten.

Wir wünschen Ihrem Verein alles Gute, weiterhin eine erfolgreiche Vereinsarbeit und Ihnen stets die Gesundheit, die zur Bewältigung der Aufgaben notwendig ist.

Mit herzlichen Grüßen im Namen des Vorstandes.

Ihr Gerhard Kesselhut
Präsident.

Ansprache von Jeanne Moll, Deutsch-Französische Gesellschaft Baden-Baden

Lieber Herr Chéri-Zécoté,

Als Mitglied des Vorstandes der deutsch-französischen Gesellschaft Baden-Baden und vor allem als Landsmännin danke Ich Ihnen ganz herzlich, sowie Ihren Kollegen des Vorstands des Vereins der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg, für Ihre heutige Einladung, mit Ihnen ein dreifaches Jubiläum zu feiern. Ich habe die Einladung umso lieber angenommen, als ich in den vergangenen Jahren nie kommen konnte, denn ich war jedes Mal verhindert.

Seit 15 Jahren - 15 Jahre auch als Präsident - engagieren Sie sich zusammen mit Ihrem Vorstand vorbildlich und unermüdlich für Leben und Ziel Ihres jungen Vereins. Es ist mir bekannt, wie sehr Sie dabei die Mitarbeit von Madeleine und Günther Klümper-Lefebvre schätzen. Es ist Ihr besonderes Anliegen, das vielfältige Werk der großen Schriftsteller und Dichter, der Politiker auch von Martinique und der Karibik bekannt zu machen. Diesen Ihren Verdiensten gilt heute meine Anerkennung.

Zurück zu den Dichtern und Schriftstellern : mit ihrer üppigen Sprache bereichern sie nicht nur die frankophone Literatur und Kultur, sie, deren Vorfahren als Sklaven gelitten haben, erinnern uns auch an unsere humanitären Verpflichtungen.

"Diejenigen, die weder die Meere noch den Himmel erforscht haben
aber jene, ohne die die Erde nicht die Erde sein Würde"
(...)
"Wahrlich die ältesten Söhne der Erde
porös zu allen Atemzügen der Welt
brüderlicher Raum aller Atemzüge der Welt
so wie Aimé Césaire es schreibt in Cahiers d'un retour au pays natal.

Und da wir sowohl das 15jährige Bestehen Ihres Vereins, wie auch den 170. Jahrestag der Abschaffung der Sklaverei und den 90. Geburtstag von Edouard Glissant feiern, werde ich nun meine Ausführungen mit einigen herrlichen Zeilen dieses großen Schriftstellers aus Tout-Monde beenden. Darin spricht er von der Bedeutung dessen, was uns miteinander verbindet und worüber ich intensiv reflektiert habe, als ich Studenten für das Lehramt, das Erziehungswesen und die Pflegeberufe ausbildete.

Hören wir nun Edouard Glissant:

"Jeder von uns braucht das Gedächtnis des Anderen, denn es handelt sich nicht um die Tugend des Mitgefühls oder der Nächstenliebe, sondern um eine neue Klarheit in einem Prozess der Beziehung. Und wenn wir die Schönheit der Welt teilen wollen, wenn wir solidarisch mit ihrem Leiden sein wollen, müssen wir lernen, uns gemeinsam zu erinnern."

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V. hat auf Initiative des Präsidenten Serge Chéri-Zécoté und des Vorstandes die Freude Sie zur Pflanzung zweier Bäume einzuladen: Der Eine zum 90. Geburtstag des Schriftstellers Edouard Glissant (Martinique 1928 - Paris 2011); der Andere anlässlich des 15-jährigen Jubiläums der Gründung unseres bescheidenen, dennoch dynamischen Vereins.

Datum: Freitag 27. April 2018 (Jahrestag der endgültigen Abschaffung der Sklaverei in den französischen Kolonien am 27. April 1848).

Uhrzeit und Treffpunkt: um 10.30 Uhr am Schloss Solms, Solmsstraße 1, Baden-Baden

Diese Pflanzungen werden vom Gartenamt der Stadt Baden-Baden unter der Autorität des Leiter dieses Dienstes durchgeführt.

Wir werden das Vergnügen haben, uns danach zu einem Glas der Freundschaft und einigen Fingerfoods im Atlantic-Park-Hotel, Goetheplatz 3, Lichtentaler Allee, zu treffen. Bassbariton Jochen Seeger wird, am Flügel begleitet, für eine musikalische Darbietung sorgen.

Eine Teilnahme von 10€ pro Person ist erwünscht. Aus organisatorischen Gründen ist dieser Betrag auf das Vereinskonto per Überweisung vor dem 15. April einzuzahlen (Sparkasse Baden-Baden-BLZ 662 500 30-Kto.-Nr: 50101773-BIC SOLADES1BAD - IBAN DE03662500300050101773)

Herzliche Grüße.
Der Vorstand

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Gaston Monnerville

Gaston Monnerville
Gaston Monnerville

Nachkommen eines Sklaven, Gaston Monnerville wurde 1897 in Cayenne (Französisch-Guayana) geboren.

Mit einem durch seine Verdienste gewonnenen Stipendium, gewann er die französische Metropole und kletterte dort die Erfolgsleiter, die ihn in die ihn zum Advokat führte.

Als Anwalt, plädierte er große Causen neben seinen Meistern César Campinchi und Henry Torres. Er militierte für die Schließung des Cayenne-Straflagers. Als Überzeugter Republikaner wurde er Mitglied der radikalen Partei. Er war Militant gegen Rassismus und Antisemitismus in der Liga der Menschenrechte, der LICRA und der Freimaurerei.

Er wurde Abgeordneter und Minister. Er verteidigte die Republik, indem er für Frankreich in einer dunklen Zeit der Geschichte kämpfte (1939-1945)

Am 15. Mai 1945 erklärte Gaston Monnerville im "Palais du Luxembourg" vor den Mitgliedern der konstituierenden Versammlung und General de Gaulle: "Meine Damen und Herren, vergessen wir es nie, ohne sein Imperium wäre Frankreich jetzt nur ein befreite Land: Dank seines Imperiums ist Frankreich ein siegreiches Land. Für uns bedeutet der Sieg den definitiven Erwerb des Respektes der menschlichen Person. Von den überseeischen Gebiete kamen die Söhne des Imperiums, um das beste Ihres Blutes auf das Elsass zu gießen um, vor Colmar, der Heimat von Victor Schoelcher, die Wiege des Befreiers von der grausamsten Tyrannei zu befreien."

Er trat 1946 in das "Palais du Luxembourg" ein, und übernahm die Präsidentschaft des Rates der Republik und dann des Senats bis 1968.

Das Gesetz vom 10. September 1947 eröffnete Kredite für die Feier des hundertsten Jubiläums der Revolution von 1848 und der 2. Republik und der Hundertjahrfeier der Eingliederung des Elsasses an Frankreich. 1948 markierte auch die Hundertjahrfeier der Abschaffung der Sklaverei, und es war auf Initiative von Gaston Monnerville, dass die Asche von Victor Schoelcher und Félix Eboué in den Pantheon übertragen wurden.

Am Ende der 22 Jahre der Senatspräsidentschaft, beschloss Gaston Monnerville, sich nicht mehr für diese edle Funktion zu bewerben, wegen des Willens von Präsident Charles de Gaulle den Senat zu verwandeln.

Am 5. Mai 1974, im Verfassungsrat gewählt, deklarierte Gaston Monnerville: "Seien wir würdig derer, die in der Exaltation der Kämpfe, wie in den Leiden der Sträflinge, nie verzweifelt haben. Lassen Sie uns unseren Glauben in die Schicksale unserer Heimat intakt halten, mit der gleichen Begeisterung und glühendem Willen wie in den Tagen der Niederlage und Trauer antwortet das Imperium: Wir sind bereit."

Während der Hundertjahrfeier der Loge "LA VERITE" Wahrheit, äußerte er sich so: "Es ist wichtig, dass die Freimaurerei anderen Menschen zeigt, dass es einen anderen Weg gibt um auf die Ängste der Existenz zu reagieren, und dass diese Antwort der Weg der Toleranz und brüderliche Liebe ist."

"Als Kind der französischen Republik fühlte er sich so, um so intensiver dass er in den sogenannten alten Kolonien in Guyana geboren wurde, ein Land das von der Metropole mehr ignoriert als verwöhnt wird. Aber das Kind von Guyana hatte gelernt, dass die Republik wollte, dass alle seine Kinder frei, gleich und brüderlich seien." Robert Badinter.

Auszüge aus der Dokumentation "Gaston Monnerville, 22 Jahre Präsidentschaft."

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Neujahrswünsche des Präsidenten zu 2018

Liebe Mitglieder(innen), liebe Sympathisanten(innen)
der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V.,

Bevor wir Ihnen eine Überblick über die behandelten Themen und verschiedenen Aktivitäten unseres Vereins geben, wollen wir - der Vorstand und ich selbst - Ihnen herzlich für Ihr Engagement und Ihre unfehlbare Solidarität die Sie in den Jahren der Existenz unserer bescheidenen Institution gezeigt haben, danken.

In der Tat, am 12.11.2003 in Baden-Baden gegründet, hat sie nie aufgehört, sich an humanistischen, humanitären und kulturellen Aktionen zu beteiligen und so zur Stärkung der Beziehungen zwischen den Bürgern der Gastgeberstadt und darüber hinaus beizutragen.

Dementsprechend, wie es aus der nicht vollständigen untenstehende Übersicht zu entnehmen ist, werdend regelmäßig Konferenzen über Persönlichkeiten aus der Karibik oder im Zusammenhang mit der Geschichte dieser Gebiete organisiert.

Die jüngsten betrafen General Alexandre Dumas (Vater und Großvater der Schriftsteller), Frantz Fanon, Édouard Glissant, Aimé Césaire, Saint-John Perse, Severiano de Heredia, Joseph Boulogne Chevalier de Saint-Georges, Joseph Zobel, Léopold Sédar Senghor, Victor Schoelcher, Abbé Grégoire, Félix Eboué, Albert Camus, Joséphine de Beauharnais.

Seien wir stolz auf all diese gut und nachdenklich geführten Aktivitäten, die mit Herz und Seele von Präsident Chéri-Zécoté impulsiert und von einem aufmerksamen und, wagen wir es sagen, effizienten Vorstand unterstützt sind.

Fügen wir noch die Spenden für die Opfer des Erdbebens in Haiti und der Hurrikane in St-Martin, St-Barthelemy und Dominica (Karibische Inseln) hinzu.

Liebe Mitglieder(innen), liebe Sympathisanten(innen), das Jahr 2018 steht unmittelbar vor der Tür. Wir werden versuchen, das 15-jährige Bestehen unseres Vereins (2003-2018) zu markieren. Wir überlegen derzeit, wie wir dieses Ereignis organisieren können. Ihre Ideen und Vorschläge sind willkommen.

Das geplante Thema für den französischen Nationalfeiertag ist Gaston Monnerville, ehemaliger Präsident des Senats.

Für das kommende Jahr, aber vorerst für die bevorstehenden Feiertage, nehmen Sie unsere besten, aufrichtigsten und herzlichsten Wünsche an.

Serge Chéri-Zécoté,
Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V.

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Mitteilungen (2017)

Kranzniederlegung


2. November 2017 - Totengedenken.


Am 2. November 2017 hatte der Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V. Serge Chéri-Zécoté die Ehre auf Einladung der Stadt Baden-Baden, der Kranzniederlegung auf dem Ehrenfriedhof Lichtental im Gedanken der Gefallenen Französischen und Deutschen Soldaten beizuwohnen.

Der Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e.V. Serge Chéri-Zécoté , Frau Oberbürgermeisterin der Stadt Baden-Baden Margret Mergen, der Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden Gerhard Kesselhut bei dem Empfang nach der Kranzniederlegung.

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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen Baden-Baden, haben Präsident Serge Chéri-Zécoté und der Vorstand des Vereins der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg die Freude, Sie zu einem kulturellen Nachmittag einzuladen:

am Donnerstag dem 28. September 2017 ab 14.30 Uhr

in der Kurpark-Residenz Bellevue
An der Lichtentaler Allee - Ludwig-Wilhelm-Strasse 26
76530 Baden-Baden

Programm:

Poesie aus Übersee :
Lesungen von Texten von Aimé Césaire, Léopold Sedar Senghor und Léon Gontran Damas

Musikalische Einlagen:
Dr. Boris Feiner (Pianist) und Jochen Seeger (Bassbariton): Klavierromanzen, Mozartarien, Schubertlieder.

Eintritt frei - Kleine Verköstigung (Kuchen, Getränke, ...) - Reservierung bitte vor dem 15. September unter martinique.bw@gmx.net

Seien Sie herzlich willkommen. Bis bald.
Ihr Serge Chéri-Zécoté

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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg hat die Freude, Sie zu einem kulturellen Nachmittag anlässlich des französischen Nationalfeiertags

am 14. Juli 2017 um 14:30 Uhr

in der Kurpark-Residenz Bellevue
An der Lichtentaler Allee - Ludwig-Wilhelm-Strasse 26
76530 Baden-Baden

einzuladen

Thema des Nachmittags: Der erste Alexandre Dumas, ein schwarzer General.
Vortrag : Madeleine Klümper-Lefebvre.

Eine Auswahl an Kuchen, Kaffee, Tee und frischen Getränken werden zur Freude des Zusammenseins angeboten. Die Kosten werden von dem Verein übernommen.

Bitte melden Sie sich per E-mail vor dem 1. Juli an (martinique.bw@gmx.net) oder per Post.

Seien Sie herzlich willkommen. Bis bald.

Der Vorsitzende Serge Chéri-Zécoté

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Mitteilungen (2016)

Bericht aus der Internetseite der Klosterschule vom Heiligen Grab Baden-Baden

Link: www.hl-grab.de (24. Juni 2016)

Monsieur Chéri-Zécoté besucht Klosterschule

Am 2. Juni hatte der Französischkurs von Frau Armansperg (Kursstufe 1) Besuch von Monsieur Serge Chéri-Zécoté. Er ist der Vorsitzende des Vereins "Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg e. V" , der eine Verbindung zwischen den Menschen aus Martinique und der Karibik und aus Baden-Württemberg herstellt. Der Verein unterstützt ebenfalls junge Einheimische von Martinique und der Karibik, die wünschen, ihr Studium auf dem Kontinent durchzuführen, aber nicht die nötigen Gelder haben, um sich dieses zu leisten. Monsieur Serge Chéri-Zécoté hat uns die Kolonialzeit Frankreichs und die Geschichte der Sklaverei näher gebracht. Außerdem hat er von "la langue créole" erzählt und uns am Ende etwas von den französischen Sklaven erklärt, die in der Geschichte Frankreichs einen großen Einfluss hatten.

Wir nehmen viele interessante Eindrücke aus dieser Stunde mit und danken ihm herzlich für seinen Besuch an unserer Schule.

Verfasst von Luna Fels K1 - Freitag 24. Juni 1016

Besuch von Monsieur Serge Chéri-Zécoté

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Raphaël Elizé - ein außergewöhnliches Schicksal

Von Pierre-Yves LE BORGN', Abgeordneter der Franzosen im Ausland, Gebiet Deutschland, Zentral-und Osteuropa

(Gefälligkeitsübersetzung: Antoine Ruck)

Raphaël Elizé
Raphaël Elizé

Seit fünfzig Jahren ist die politische Geschichte von Sablé-sur-Sarthe mit der von François Fillon und seinem Vorgänger im Rathaus dem ehemaligen gaullistischen Minister Joel Letheule verbunden. Die Region ist sicherlich eher konservativ, hat aber nicht immer einen rechten Bürgermeister gehabt. Zwischen 1929 und 1940 war der Bürgermeister von Sablé ein Sozialist. Sein Name war Raphaël Elizé und er war der erste farbige Bürgermeister in Frankreichs Metropole. Ich habe gerade die wunderbare Biographie gelesen, die ihm der Verein " Passé Simple ", der die Geschichte von Sablé und seiner Region belebt, widmet. Es ist ein schönes bewegendes Buch, Ergebnis einer Errinerungsarbeit, die mehr als ein Jahr von seinen Mitgliedern geführt wurde.

Raphaël Elizé hatte Martinique im Alter von 11 Jahren mit seiner Familie nach dem Ausbruch des Vulkans "Montagne Pelée" verlassen. Diplomiert der Veterinärschule von Lyon, ausgezeichnet mit der " Croix de Guerre " am Ende des ersten Weltkrieges, ließ er sich in Sablé nach dem Ersten Weltkrieg nieder. Lokaler Militant der SFIO, wurde er bei den Kommunalwahlen im Jahr 1929 zum Bürgermeister gewählt und blieb es bis 1940. Er führte als Bürgermeister von Sablé eine innovative soziale, kulturelle und sportliche Politik, die ihm Anerkennung und Unterstützung seiner Mitbürger brachte. Ein umso bemerkenswerter Erfolg, im Zusammenhang mit der Intoleranz im Frankreich der 1930er Jahre.

Im Juni 1940, zurück aus der Aisne wo er mobilisiert war, verweigerten die deutschen Besatzer Raphaël Elizé die Rückkehr in sein Bürgermeisteramt. Der Grund war einfach: "Es ist an der Militärverwaltung und der deutschen Armee unerträglich, als Bürgermeister einen schwarzen Menschen zu erkennen, oder mit ihm zu diskutieren." So lautete der Brief, der von der Besatzern an den Präfekten der Sarthe gesendet wurde. Raphaël Elizé nahm sein Tierarztberuf wieder auf, und trat der Résistance bei. Verhaftet im September 1943, wurde er nach Buchenwald deportiert, wo er im Februar 1945 starb.

Das Buch des Vereins "Passé Simple" bietet Anekdoten und Fotos, die den Weg von Raphaël Elizé, seine unüberwindlich Treue zu seinen Überzeugungen, seine Leidenschaft für die Kunst zeigen, sei es Malerei, Musik oder Poesie. Es zeigt auch die Komplexität eines Menschen, seinen Mut, seine Menschlichkeit der Ereignisse einer Epoche gegenüber und auch privaten Dramen. Ich bin glücklich, meine Urlaubszeit benutzt zu haben, um dieses wunderbare Buch zu lesen und empfehlen es (Raphaël Elizé (1891-1945), Editions du Petit Pavé). Wir haben viel von denen zu lernen, die als Sozialisten dieses Ideal von Recht und Frieden belebten, das uns Heute vereint.

Link zum Originalartikel: www.pyleborgn.eu/2010/08/raphael-elize-un-destin-hors-du-commun

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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg hat die Freude, Sie zu einem kulturellen Nachmittag anlässlich des französischen Nationalfeiertags

am 14. Juli 2016 um 14:30 Uhr

in der Kurpark-Residenz Bellevue
An der Lichtentaler Allee - Ludwig-Wilhelm-Strasse 26
76530 Baden-Baden

einzuladen

Konferenzthema: Severiano de Heredia, erster schwarzer Bürgermeister von Paris, Abgeordneter und Minister (1836-1901).

Eine Auswahl an Kuchen, Kaffee, Tee und frischen Getränken werden zur Freude des Zusammenseins angeboten. Die Kosten werden von dem Verein übernommen.

Seien Sie herzlich willkommen

Bitte melden Sie sich per E-mail vor dem 6. Juli an (martinique.bw@gmx.net).

Bis bald

Der Vorsitzende Serge Chéri-Zécoté

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Ein schwarzer General: der erste Alexandre Dumas

Französischer Text "un général noir: le premier Alexandre Dumas" :
Madeleine Klümper-Lefebvre (Dezember 2015)
Übersetzung: Antoine Ruck

Alexandre Dumas
Der General Alexandre Dumas

Alexandre Dumas der Ältere und "Die drei Musketiere" oder "Der Graf von Monte Christo"; Alexandre Dumas der Jüngere und "Die Kameliendame", jeder kennt sie... In der Tat, jeder oder fast jeder hat diese Werke gelesen, oder zumindest davon gehört, und auch die Filme, die den Titel dieser Bücher tragen, gesehen.

Aber kaum jemand weiß, dass vor diesen "zwei Alexandre Dumas" es einer gab, der der Erste war, der mit Stolz diesen Namen trug, einen Familiennamen den er sich selbst gegeben hatte, und den seine beiden Nachkömmlingen, die sich in der Französischen Literatur auszeichneten und weltweit bekannt sind, mit Stolz geerbt hatten und sich darum bemühten, ihm neuen Glanz zu verleihen.

* * *

Mein Interesse an diesem "ersten Dumas" wurde durch ein 2012 veröffentlichtes Buch eines amerikanischen Journalisten, der den renommierten Pulitzerpreis erhielt, und das inzwischen in mehrere Sprachen übersetzt wurde, und den Titel "The black count" trägt, geweckt.

Tom Reiss - sein Autor - gibt uns in dieser Biographie, mit Untertitel "Ehre - Revolution - Betrug", eine Vielzahl von sehr präzisen Details über das Leben dieses Mulatten mit sehr außergewöhnlichem Schicksal.

* * *

Alles begann in der Normandie - genauer gesagt in dem "Pays de Caux" - wo eine Adelsfamilie wohnte, die "Davy von Pailleterie", die ihren Stammbaum bis auf Olivier Davy, Schlossherr von Regneville, der 1519 König Ludwig XI. den Treueid leistete und sein Knappe war, das heißt der Ritter, der die edle Aufgabe hatte, das Wappenschild seines Herrschers zu tragen, zurückführen konnte. Der Besitz der Pailleterie wurde später von Ludwig XIV. zum Marquisat - einer Markgrafschaft - erhoben.

Doch im 18.Jahrhundert lebten diese Normannischen kleinen Adelsleute, auch wenn sie ein Schloss und ein Wappen besaßen, in Armut. Einer von ihnen, der Ehrgeizige Charles Davy de la Pailleterie, der sein Wappen aufpolieren und reich werden wollte, verließ den Familiengutshof und engagierte sich in einem Armeekorps, das auf dem Weg zu den Kolonien von Amerika war, nach Saint-Domingue . Die Möglichkeiten, sich dort zu bereichern, war ihm zu Ohren gekommen und faszinierte ihn. Doch schon bald verließ er die Armee, ehelichte die eine reiche Erbin einer großen Plantage dieser Kolonie, und begann Geschäfte zu machen.

Er hatte zwei Brüder, von denen einer, Alexandre Antoine Davy, 1714 - ein Jahr vor dem Tod Ludwig XIV. - geboren wurde. Er war der älteste der von drei Brüdern. Alle drei gingen sehr früh zur Armee, wo man bereits im Alter von 12 Jahren einen Offiziersgrad erhalten konnte. Ihre Zukunft sah gut gesichert aus: die dynastischen Konflikte zwischen den Bourbonen und den Habsburgern tobten oft zu dieser Zeit, so riskierten sie nicht, arbeitslos zu werden! Antoine hatte den Rang eines Oberst und Generalkommissars der Artillerie. Als 1738 der Erbfolgekrieg von Polen zu Ende war, wendete sich Antoine, der keine größeren Einkünfte hatte und kein inaktives Leben in seinem Herrenhaus von Belleville-en Caux führen wollte, zu den Kolonien von Amerika, wie vorher sein älterer Bruder Charles schon an Ort und Stelle war. Von diesen "Siedlungskolonien" mit vielversprechenden lukrativen Abenteuern, lebte zu dieser Zeit ein Franzose auf fünf Einwohnern, und die jüngeren Söhne der adligen Familien hatten ein besonderes Interesse daran, dort ein Vermögen in Land und Handel erwerben zu können. Diese deklassierten (mittellosen) Aristokraten konnten dann reiche Siedler werden. In der Tat waren die "Cannaies" - die Zuckerrohrplantagen - die Ölfelder des 18. Jahrhunderts, und die Französische Kolonie Saint Domingue - die heutige Republik Haiti (in der Haiti-kreolischen Sprache bedeutet dieser Name "Land der hohen Berge" ) - im westlichen Teil der Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegen, war der Wilde Westen des alten Regimes. Wir können uns kaum die Begeisterung in Europa für Zucker vorstellen, diese Ware die heute so billig ist, und die wir außerdem als schlecht für unsere Gesundheit betrachten! Aber vergessen wir nicht, dass im XVIII. Jahrhundert die Ärzte Zuckerpillen für viele Krankheiten, die von Kopfschmerzen bis zu Herzproblemen reichten, verschrieben. Und wer hatte damals nicht den Ausdruck "Apotheker ohne Zucker", der außerdem weiterhin in unserem Lexikon besteht, benutzt, wenn es um jemanden geht, der nicht das Nötige besitzt, um seinen Beruf auszuüben, genau wie der Apotheker, die dieses Wundermittel nicht anbieten konnte, oder noch ein Soldat der ohne Gewehr kämpfen muss, oder ein schlecht ausgestatteter Arbeiter, kurz alle, denen das Wichtigste fehlt. Der Dichter Eustache Deschamps, der um 1420 starb, sang "Weißzucker für die Törtchen." Der "weiße" Zucker erschien erst relativ spät, als man im 15. Jahrhundert das Basisprodukt zu raffinieren begann, und ganz Europa in gleichem Geschmack für dieses neue Produkt kommunizierte.

Zucker hat verschiedene Namen im Laufe der Jahrhunderte getragen. Es wurde manchmal "Bambus Manna" genannt, die Alten sagten auch "Schilfhonig", die Araber sagten "Sukkar". Plinius berichtete, dass er von Arabien kommt. Was erwiesen ist, ist,dass seine Extraktion aus diesem großen tropischen Gras, das den Namen "Zuckerrohr" trägt, zurück bis in die Antike führt. Es wird angenommen, dass das Zuckerrohr aus Indien kommt, und dass die Expedition von Alexander dem Großen die Wissenschaftler mit in diese Pflanze, die den "Sakkharos" der Antike produzierte, in Kontakt brachte. Die Kreuzritter scheinen die ersten im Westen zu sein, die den "Schilfhonig", jene Pflanze die "Honig ohne Hilfe der Bienen gibt", wie die Perser es sagten, entdeckten. Sie kauten ihn beim Überqueren der Zuckerrohrfelder, wodurch sie Hunger und Durst stillten. Es scheint, dass man ihn im 13. Jahrhundert als Dragees oder "Zimmergewürz" verspeiste, und so angeblich die Verdauung erleichterte. Die Zuckerindustrie wuchs schnell auf der Iberischen Halbinsel und auf Sizilien, und erwies sich als ein prestigeträchtiges und attraktives Produkt, eine Delikatesse, die man roh genoss. Dann wanderte das Zuckerrohr auf die Kanarischen Inseln, nach Brasilien und von dort zu den Inseln, die man damals als "Westindien" bezeichnete, da Christoph Kolumbus dachte, als er endlich den Fuß auf das Festland setzte, Indien, das damals sein Ziel war, erreicht zu haben!

Im 18. Jahrhundert, die Zeit die uns Heute interessiert, war der Zucker ein sehr beliebtes Produkt in der europäischen Bourgeoisie, und war zu einem wichtigen Bestandteil der Wirtschaft und damit der europäischen Politik geworden. Und erst im 19. Jahrhundert, als Napoleon die "Kontinentalsperre" verhängte, wandte man sich in Europa der Zuckerrübe zu.

Aber heute, im 21. Jahrhundert, wenn man das Interesse an Biokraftstoffen sieht, und die Möglichkeiten betrachtet, Biokunststoffe mit Pflanzen zu produzieren (man denke an die Probleme mit den Plastikbeuteln, die uns die Petrochemie anbietet, und die unsere Ozeane verseuchen!), und die vielen anderen möglichen technischen Entwicklungen erkennt, hat das Zuckerrohr, dieses Rohr das als "Rohr der unbegrenzten Möglichkeiten" anerkannt worden ist, wieder Rückenwind. Diese Kultur hat wirklich die Gesellschaften und Landschaften der Departements und Gebiete aus Übersee strukturiert.

* * *

Bei seiner Entdeckung durch Christoph Kolumbus, war die Insel Hispaniola - die größte der Karibikinseln - spärlich von Arawack-Indianern besiedelt. Sie wurde eine spanische Kolonie, aber der westliche Teil wurde bald das Reich der Freibeuter, bis Spanien 1697 durch den Vertrag von Rijswijk die Kontrolle Frankreichs über dieses Drittel des Territoriums anerkannte. Diese nun Französische Siedlungskolonie bestand als solche bis 1804, als es nach einem Konflikt zwischen einem Expeditionskorps Napoleons und von General Toussaint Louverture geführten schwarzen Aufständischen, unabhängig und zur ersten freien schwarzen Republik der Welt wurde. Diese Französische Kolonie war der erste Zuckerproduzent der Welt.

Tatsächlich betrieben bald große Reederfamilien den Zuckerhandel und, um den Arbeitskräftebedarf zu bewältigen, entwickelte sich bald der "Sklavenhandel" - der es zu trauriger Berühmtheit gebracht hat. Die ganze Küste von Afrika, von der Mündung des Senegal bis zum Ende von Angola, wurde ein riesiger Sklavenmarkt, zu dem die amerikanischen Kolonien unvorstellbare Öffnungen boten. Frachten von Menschen, manchmal auch zynisch "Ebenholz" genannt, wurden im großen Maßstab organisiert. Alle europäischen Staaten besaßen Kolonien in Amerika, und trieben diesen abscheulichen Handel. Man schätzt auf nicht weniger als hunderttausend die Zahl der Afrikaner, die jedes Jahr nach Amerika transportiert wurden, um das durch den Einfluss des Klimas und der Misshandlung der Besitzer verursachte Defizit zu begleichen. Voltaire hatte es wohl in seinem Märchen "Candide" geschrieben: "Das ist zu diesem Preis, dass Sie Zucker in Europa essen! "

Wir können davon ausgehen, dass der Sklavenhandel bereits im frühen 15. Jahrhundert begann, als die aus Spanien vertriebenen Muslime in verschiedenen Teilen Afrikas Zuflucht suchten, und von den Portugiesen verfolgt wurden. Einige wurden in Lissabon verkauft und in Knechtschaft gehalten. Die Eltern dieser Gefangenen waren in der Lage, sie später gegen die schwarzen Sklaven auszutauschen, die ihnen die afrikanischen Könige aus den Gebieten, wo die Sklaverei schon immer die Regel war, verkauften. Aber jetzt, was neu war, war dass die Menschen nun als Austauschware galten!

Wir müssen am Anfang dieser Praktiken eine tief in den Köpfen der Menschheit verankerte Idee sehen, und die uns heute in der Regel empört: dass es zwei Klassen von Menschen gab: eine Oberschicht und eine untere Klasse. Es gab die Einen, die zum Kommandieren geboren wurden, und die anderen zum Gehorchen. Die Folge davon war, dass seit dem Anfang der Zeit die Individuen dieser Unterklasse als "Objekt" angesehen wurden, was, auf Frankreich bezogen, eindeutig in dem 1685 verkündeten "Code Noir", in dem der Sklave als eine "bewegliches Gut" definiert ist, ausgedrückt wurde.

Es ist mir völlig unmöglich, im Rahmen dieses Vortrags Ihnen die Evolution der Ideen über den Wert des Menschen, diese Evolution mit all ihren vielversprechenden Fortschritten, aber auch all ihre tragischen und enttäuschenden Rückschlägen, zu präsentieren. Es ist eine sehr lange Geschichte voller Umschläge, wo entgegengesetzte Interessen gegeneinander kämpften und viel Leid brachten. Die französischen Beamten waren oft zwischen dem Gleichheitsprinzip und dem wirtschaftlichen Realismus gespalten, obwohl die moralische Verurteilung der Sklaverei sich im 19. Jahrhundert generalisierte. Die französischen Sklavenhändler versteckten sich hinter wirtschaftlichen Argumenten, in dem sie erklärten, dass ohne die Sklaverei der Wohlstand Frankreichs gefährdet wäre, und dass das Land seine Vormachtstellung im Orchester der Nationen verlieren würde. ...

Jacques Chirac wird im Januar 2006 mit Recht sagen: "In der Geschichte der Menschheit, ist die Sklaverei eine Wunde", und er insistiert mit den Worten: "Man hatte rassistische Theorien entwickelt, um das nicht Rechtfertigbare zu rechtfertigen: die Assimilation der Menschen mit Waren. "

Die Französische Revolution, trotz all ihrer Gewalt und alle ihre Exzesse versuchte immer wieder, ihre Liebe zur Gleichheit und Brüderlichkeit in der Erklärung der Menschen-und Bürgerrechte von 1789 preisend, in verschiedenen Dekreten die Abschaffung der Sklaverei festzulegen. Aber das Konsulat wird die alte Ordnung der Dinge wiederherstellen, und Bonaparte wird 1802 die Sklaverei gemäß der Gesetzgebung von vor 1789 wiederherstellen! Nach seiner Rückkehr von Elba, wird Napoleon wohl den Handel uneingeschränkt abschaffen, aber dies hatte aber kein probates Ergebnis, denn der illegale Handel wütete weiterhin. Man wird 1848 den Vorschlag von Victor Schoelcher, Mitglied der provisorischen Regierung, abwarten müssen, bis alle Sklaven in den französischen Kolonien als Freie Menschen deklariert wurden, und dies endgültig.

1948 wurde der Artikel 4 der Universellen Menschenrechtserklärung durch die Vereinten Nationen verabschiedet.

2001 wird die Sklaverei als Verbrechen gegen die Menschlichkeit anerkannt, und der 10. Mai wird zum jährlichen Gedenktag an die Sklaverei deklariert.

* * *

Zurück zu Alexander Antoine Davy de la Pailleterie. Wir verließen ihn, als er sich vorbereitete, seinem jüngeren Bruder Charles nach Saint Domingue nachzukommen. Sein ausschweifendes und verschwenderisches Leben brachte es mit, dass er sich schnell mit diesem Bruder zerstritt und, von der Justiz wegen Schulden verfolgt, in den Norden der Kolonie floh, mit vier Sklaven, die er verkaufte, um eine kleine Plantage im Ort Jérémie zu erwerben, gab sich als Verschollen aus, veränderte seine Identität und nannte sich Antoine Delisle. Bald kaufte er eine sehr junge schwarze Sklavin, die neu vom Golf von Guinea an der Westküste Afrikas deportiert wurde und seine Gefährtin wurde. Sie hieß Marie Césette. Er bekam von ihr einen Sohn und drei Töchter.

In der Zwischenzeit kehrte sein jüngerer Bruder Charles nach Frankreich zurück und nahm den Titel des Marquis, Titel dem Antoine als ältester der Geschwister zukommt, aber den Charles als "Verschollen" erklärte. Er versuchte sein Glück im Handelsgeschäft, und zwar im Dreieckhandel, nämlich dem Austausch von "Waren" zwischen Europa, Afrika und Amerika, der darin bestand, schwarze Sklaven in die amerikanische Kolonien zu bringen und dann Produkte aus diesen Kolonien nach Europa zu liefern, und Afrika mit europäischen und amerikanischen Produkten wie Kakao, Kaffee, Baumwolle und Zucker zu versorgen. Schließlich kehrte er nach Saint Domingue zurück und starb dort.

Antoine, ruiniert, da seine Plantage vollständig durch den Zyklon von 1772 verwüstet wurde, und auch weil er das schwächende Klima der Insel verlassen wollte, sah sich gezwungen, um seine Passage zu zahlen, seine vier Kinder und seine schwarze Lebensgefährtin, alle fünf als Sklaven zu verkaufen. Sein Sohn wurde als "Pensionsgeschäft" verkauft, was bedeutete, dass der Verkäufer berechtigt war, den Jungen zurückzukaufen, wann er wollte. Dies tat er, als er in der Normandie seinen Namen, seinen Marquis-Titel und sein Eigentum zurückerhielt.

Der Junge kam sobald nach Frankreich. Er verfügte noch nicht über einen Namen, hatte nur zwei Vornamen: Thomas-Alexandre. Er war 14 Jahre alt. Er war groß, gut gebaut, er war schön. Schon seit langem waren Sklaven, die den französischen Boden betraten, frei! Er war ab nun nicht länger Sklave. Von seinem Vater erkannt, war er jetzt ein Davy de la Pailleterie und trug den Titel eines Grafen, da er der älteste Sohn eines Marquis war. Er wohnte bald in einer luxuriösen Wohnung in Saint Germain-en-Laye mit seinem Vater, dem es gelungen war, durch den Verkauf seines Schlosses und seiner Grundstücke und verschiedenen finanziellen Kombinationen, auf die ich nicht näher eingehe, ziemlich große Renten zu haben. Der Vater will seinen Sohn zu einem perfekten "Gentilhomme" machen. Das hieß besonders schnell zu arbeiten, da der Junge noch ungebildet war, hatte er doch in ziemlich mittelmäßigen Verhältnissen zwischen seinem Vater und seiner Sklavin-Mutter gelebt hatte und eine Jugend voller Leichtlebigkeit und Spiele inmitten der Plantagen genossen. Die verlorene Zeit musste unbedingt aufgeholt werden. Antoine zog ihn zuerst nach der zeitlichen Mode an und der junge Mann trug, wie sein Marquis-Vater und wie es zu einem Grafen gehörte, Kleider aus Seide, Satin und Brokat. Er wurde getauft, bekam eine Haushälterin und einen Lakaien, und er wurde in eine Akademie für junge Adlige platziert, in der er Latein, Griechisch, Geographie, Geschichte, Grammatik und Philosophie, Literatur sowie Mathematik und Musik studierte, ohne Tanz und Reiten zu vergessen!

Mit 22, wie bei es im 18. Jahrhundert für einen Grafen Sohn eines Marquis erforderlich war, verließ er das väterliche Domizil, und zog in eine Wohnung im Zentrum von Paris, direkt hinter dem Louvre. Die Hauptstadt wurde während der Herrschaft von Ludwig XIV. stark verändert. Der "Palais Royal" mit seinen Arkaden, seine Theater, seine Cafés mit Marmortischen und zahlreichen Spiegeln, seinen Hotels, seinen Buchhandlungen, seinen Geschäften von Luxusgütern, zog ein anspruchsvolles Publikum sowie die verführerischsten Frauen der Hauptstadt an. Das Licht der Laternen am sinkenden Tag, die großen Bäume auf den Boulevards, all dies verzauberte unseren jungen Dandy, unseren eleganten "Amerikaner", so wie man die Personen, die aus den karibischen Kolonien zurückkamen, nannte. Er ging zur "Comédie Française" , sah sich wohl - er, der Aristokrat - "Figaros Hochzeit" von Beaumarchais an, verachtete auch nicht das "Théâtre Nicolet" und das "Théâtre des Grands Danseurs du Roi" in der Nähe des "Boulevard du Temple", ein idealer Ort für ein galantes Rendezvous. Kurz gesagt, er lebte im Luxus und kam damit gut zurecht! Es fühlte sich sehr wohl in der Gesellschaft. Es fühlte sich nicht anders als die Menschen um ihn herum: sein Vater war weiß, er lebte unter Weißen, seine Freunde waren Weiß. Eines Tages aber wurde er offen an seinen Zustand als Mulatte erinnert, und von einem ehemaligen Hauptmann einer in Martinique stationierten Eliteeinheit ernsthaft beleidigt.

Sein Marquis-Vater lebte seit kurzem mit einer Haushälterin, die er bald beschloss, zu heiraten. Marie Retou kam von der Mittelklasse und war nicht im Luxus aufgewachsen. Sie missbilligte das ausschweifende Leben des jungen Mannes von 24 Jahren, der keineswegs dran dachte, zu arbeiten, um selbst seinen Bedürfnissen nachzukommen. Unter ihrem Einfluss wurde der Marquis weniger großzügig und unser junger Graf bemerkte, dass das Pariser Leben ohne gut gefüllten Geldbeutel nicht gleich attraktiv war... Da nahm er einen Beschluss, der sein künftiges Leben entschied. Er informierte bald seinen Vater, dass im Begriff war, in die Armee einzutreten, und sich für acht Jahre zu engagieren. Das tat er im Juni 1786: er trat in das sechste Dragonerregiment der Königin unter dem Namen Dumas Alexandre ein. Er hatte seine Identität gefunden und deklarierte sich in Jérémie geboren, als Sohn von Césette Dumas und ihrem Ehemann Antoine! Er befreite sich von dem Namen des Mannes, dem er gehörte und der ihn als Sklave verkaufte. Er akzeptierte damit, dass er nicht den Anspruch annahm, als Offizier in die Armee einzutreten, Privileg, das den Adligen vorbehalten war! Sein neuer Adel, so scheint er gedacht zu haben, war der Spitzname, der Marie-Césette gegeben wurde, die als Lebensgefährtin seines Vaters nicht in der Plantage, sondern im "Mas" beschäftigt war, das heißt auf dem Bauernhof: "Césette du Mas" - also "Césette vom Bauernhof" - die wahrscheinlich inzwischen gestorben war.

Der Marquis Antoine de la Pailleterie starb ein paar Tage später, und wurde auf dem Friedhof von Saint-Germain-en-Laye begraben.

Ich werde nicht in die Details der bedeutungslosen Fragen des Erbes, die sich zwischen den Anwärtern der Nachfolge, zur denen auch die Tochter von Charles und ihr Mann Graf de Maulde gehörten, gestellt wurden, eingehen. Das ist nicht mein Thema. Ich bevorzuge, der Karriere dieses Alexandre Dumas zu folgen, einer Karriere die, wie wir sehen werden, sehr brillant sein wird.

Es ist in der Tat von nun an, dass der ungewöhnliche Weg eines als Sklave Anno 1762 in Saint Domingue geborenen Menschen beginnt, ein Weg eines Mischlings von blauem und schwarzen Blut in einer entscheidenden Zeit der Rassenideologie, der Menschenrechte und der staatsbürgerlichen Gleichheit. Und, ohne eine Polemik engagieren zu wollen - wir sind nicht dazu hier - möchte ich die Geschichte dieses Menschen, der sein ganzes Leben der Armee gewidmet hat, mit den Problemen die sich stellen in Bezug auf die Identität und der sichtbaren Minderheiten sowie den Rassismus, der die Geister verdirbt, beurteilen.

* * *

So ist nun unser junger Dandy vom Palais Royal einfacher Soldat, Reiter bei den Dragonern, diese Kampfkräfte, die immer in vorderster Front stehen. Er ist ein schöner athletischer und geschickter junger Mann, der bald, dank eklatanter Beweise seiner Stärke und seiner Geschicklichkeit, seinen Aufstieg in den Reihen der Armee beginnen wird. Da ihm der große Wind der Revolution hervorragende Gelegenheiten bietet, wird er eine blitzartig fortschreitende Militärkarriere machen.

Sein Sohn wird später in seinen Memoiren nicht verfehlen, alle Kraft- und Tapferkeitsaktionen seines Vaters zu erzählen, und dies ohne zu vergessen, dabei einige Übertreibungen einzumischen. Aber das Sprichwort hatte uns gewarnt: "Die Übertreibung ist ein Effekt der Kunst" und dieser Sohn war schließlich kein anderer als unser großer Romancier Alexandre Dumas der Ältere, der Helden erfinden wird, die seinem Vater gleichen werden und unter der Haut derer man alle Werte, die sein Vater in seinen Augen verkörperte, entdecken wird! In seinem Roman "Die drei Musketiere", einer der am meisten in der Welt übersetzten Romane, ein typisches Beispiel der "Mantel-und-Degen-Romane", der von ihm selbst auf das Theater adaptiert wurde, und später Thema vieler Anpassungen in Film und Fernsehen sein wird. Dieser produktive Autor wird weiterhin um die Freundschaft herum, die zwischen seinem Vater und drei künftige Generäle des Kaiserreiches, die in der gleichen Einheit engagiert waren, und deren Heldentaten seinen Roman inspirierten, schreiben. Wir können seinen Vater in d'Artagnan erkennen: treu, unternehmungslustig, risikobereit und schlau. Athos verkörpert die Vaterfigur. Porthos ist der gutmütige Riese und Aramis, der Held des ritterlichen Liebe; alles körperliche und charakterliche Merkmale des Menschen, der uns interessiert.

Der Schriftsteller hat auch in seinem Roman "Der Graf von Monte-Christo", diese Geschichte eines menschlichen Schicksals in einer instabilen Gesellschaft und Welt, viele Details des Lebens seines Vaters benutzt, und viele Charakterzüge des Helden Edmond Dantès erinnern zweifellos an unseren General.

* * *

Lassen Sie uns nun in großen Zügen den schwindelerregenden Aufstieg dieses aus dem letzten Rang kommenden Mannes, da er am Anfang nur einfacher Soldat war und mit dem Dienstgrad eines Generals endete, erwähnen. Gewiss versteht sich, dass ich nicht alle kämpferischen Leistungen, die ihm zugutekamen, beschreiben kann. Sie müssen nur wissen, dass seine militärische Karriere atemberaubend steil voranging in dieser Zeit der Revolution und des Kaiserreichs, die reich war an territorialen Streitigkeiten, da Frankreich von allen Seiten angegriffen wurde, und die politische Lage in der Hauptstadt katastrophal war.

Im August 1789 wird sein Regiment nach Villers- Cotterets abkommandiert, wo er die Bekanntschaft seiner zukünftigen Ehefrau, Marie Labouret machen wird.

1792 wurde er Kapitän und ganz schnell Oberstleutnant unter dem Befehls von Chevalier de Saint-George.

1793, musste er alleine die "freie Legion der Amerikaner" - auch "schwarze Legion" genannt - verwalten.

Er wurde schnell zum Brigadegeneral ernannt, und dann zum Divisionsgeneral befördert. Er ist gerade einunddreißig Jahre alt. Er ist der erste General afro-karibischer Herkunft in der französischen Armee.

Im Dezember 1793 wurde er zum Oberbefehlshaber der Armee der westlichen Pyrenäen ernannt, dann Oberbefehlshaber der Armee der Alpen die er 1794 reorganisieren musste, und wird die Einheit der Gebirgsjäger gründen. Er gewann die Schlacht von Mont Cenis im April 1794. Auf allen Fronten kämpfend, wurde er zum Oberbefehlshaber der Armee des Westens im August. Dann musste er die Armee von Sambre und Maas kommandieren, und dann wieder die Armee der Alpen, und bald ging er zur Italienarmee als Kommandeur der Kavallerie unter dem Befehl von Bonaparte. Es stoppte mehrere Minuten lang ein österreichisches Kavallerie-Eskadron auf der Brücke von Clausen auf dem Weg zu Blixen, bis die Verstärkung kam. Er wurde dort durch drei Säbelhiebe verwundet, verließ aber nicht den Platz. Seine Herkuleskraft, seine außergewöhnliche Flinkheit, seine Überzeugungskraft um seine Männer mitzureißen, brachten ihm von Seite der Feinde den Spitznahmen "schwarzer Teufel". Die Franzosen verliehen ihm den Titel des "Horatius Cocles von Tirol", in Erinnerung an einen berühmten römischen Kämpfer, der wusste wie er eine strategische Brückenstelle zu halten, und so die Situation seiner Armee zu retten.

1798 wurde er nach Toulon appelliert, und nach Ägypten eingeschifft. Dann kommt die Eroberung von Alexandria. Es wird sich bald ideologisch Bonaparte entgegensetzen, von dem er den persönlichen Ehrgeiz anprangert, und dessen Art Kampagne zu führen missbilligt. Er wirft ihm insbesondere die Zerstörung der Großen Moschee Kairos - eine mutige Haltung die ihm von ägyptischer Seite den Spitznamen "Engel von Kairo" brachte -, die Massaker der Rebellen die sich ergeben hatten, und vor allem die Hinrichtung von vier tausend Gefangenen nach der Eroberung von Jaffa, vor.

Die Französische Armee wird sich bald im Sand von Ägypten einfangen, als der englische Admiral Nelson ihre Flotte in Abukir versank. Dumas wurde es schließlich erlaubt, nach Frankreich zurückzukehren. Das ehrgeizige Bonaparte, der den Ruhm im Orient gesucht hatte - "Dieses kleine Europa brachte nicht genügend" sagte er einmal - war vor ihm zurück gekehrt, als er von den internen und externen Schwierigkeiten Frankreichs hörte, hatte ein Komplott gegen das Direktorium geschmiedet und war bald Erster Konsul geworden. Dann, seinem Flug nach dem Ruhm folgend, wird er die nationale Aussöhnung herstellen, das Werk der Reorganisation und Zentralisierung des revolutionären Frankreichs fortsetzen, und schließlich, 1804 zum Kaiser der Franzosen proklamiert, den Namen Napoleon tragen.

Die von Dumas, der selbst seine Rückkehr organisieren musste, mühsam aufgestellte Fregatte wurde in einem Sturm beschädigt und musste in Italien, wo die politische Lage in der Zwischenzeit sich gegen Frankreich wandte, anlaufen. Dumas gerät in Kriegsgefangenschaft in Taranto. Er wird erst in Brindisi eingesperrt und dann in Messina, wo man versucht, ihn zu vergiften. Nachdem er während der ägyptischen Kampagne desavouiert worden war, und dann in italienischen Gefängnissen von Bonaparte, dem er loyal gedient hatte, verlassen wurde, nachdem er schrecklich gefoltert wurde, wurde er schließlich nach dem französischen Sieg bei Marengo freigelassen.

Zurück in Frankreich, schwer krank infolge der erlittenen Misshandlungen, fast taub, blind an einem Auge, teilweise gelähmt und an einem Magengeschwür leidend, kehrte er im Juli1801 nach Villers-Cotterets zurück.

Wieder erholt, verlangte er erneut in den Dienst zu treten, was ihm zunächst verweigert wurde, um ihm nachher 1801 das Kommando über die Expedition nach Saint Domingue zu übergeben, eine Expedition, die Schluss mit der Unordnung und den unzähligen Grausamkeiten, sowie dem Aufstand der Sklaven in der Kolonie, machen sollte. Aber er lehnte kategorisch ab, da er nicht gegen seine farbigen Brüder kämpfen wollte: "Bürger Konsul, ich kann Ihnen nicht gehorchen. Sie vergessen, dass meine Mutter eine Negerin war. Ich werde keine Ketten und Leid nach meiner Heimat, den Menschen meiner Rasse, bringen! "

1802 ist das Konsulat an der Macht. Dumas wird bald Opfer der rassischen Säuberung in der Armee, wie alle farbigen Offiziere, die ausgeschlossen werden. Das Land wird sogar den Negern, verboten.

Bonaparte setzt ihn von seinem Divisionsgeneral-Grad ab. Es wird zwangsweise pensioniert, aber jede Rente wird ihm verweigert, sowie die Zahlungsrückstände und Gefangenschaftsentschädigungen die ihm zustehen. Dieses wirkt sich später auf seine Witwe aus, die keine Witwenrente erhielt, und bald, um zu überleben, einen Tabakladen führte. Er wird nicht in dem "Memorial de Sainte Hélène", jenes Band in dem die Memoiren von Napoleon Bonaparte auf Sankt Helena zusammengestellt wurden, zitiert, und wird von den meisten Historiker des Kaiserreiches ignoriert bleiben. Es wird ihm nie die Ehrenlegion verliehen.

Dieser Mann, der die Belgien-Kampagne, der Vendée-Krieg, der Alpen-Krieg, die Italien-Kampagne und schließlich die Ägypten-Kampagne mitmachte, starb mittellos im Februar 1806, nachdem er einem Kind das Leben gab, einem Kind das bald vier Jahre alt wurde, einem Sohn den er nicht erziehen werden konnte, er der eine gute Erziehung als Familiensohn erhielt.

* * *

Jedoch ging dieser Sohn seinen Weg, tapfer und brillant wie wir wissen. Er war stolz darauf, den Namen zu tragen, der sein Vater auswählte, dieser Namen von dem Victor Hugo sagen wird, er sei "mehr als französisch, er ist europäisch und sogar mehr als europäisch, er ist universal". Unser Dichter insistiert und fügt hinzu: "Alexandre Dumas ist einer dieser Leute die man als Säer der Zivilisation bezeichnet wird. "

Es schämte sich nie, ein "Blutmischling", ein "Viertelblütiger" wie man so sagte, zu sein. Er drückte sich so aus: "Als ich entdeckt habe, dass ich schwarz war, habe ich mir vorgenommen, dass man den Menschen unter meiner Haut sieht". Es schämte sich auch nie seiner Abstammung und eines Tages, als ein Lümmel sagte: "Kratzen Sie die Rinde und Sie werden den Wilden finden", hatte er dieses geistreiche Antwort: "Aber sicher! Mein Vater war ein Mulatte, mein Großvater ein Neger und mein Urgroßvater ein Affe: meine Familie beginnt, wo deine endet! "

* * *

Der "Mulatte" von dem wir nun das Leben in großen Linien gesehen haben, war lange von der Geschichte vergessen worden. Zu allen Epochen haben alle Würdenträger der Republik immer vermieden, den Namen von General Dumas auszusprechen.

Aber die Zeiten ändern sich. Die Situationen, die Geister, sowie die Meinungen wechseln mit der Politik. Und so war es zuletzt am 4. April 2009, dass die offizielle Enthüllung eines Denkmals zu Ehren von General Alexandre Dumas auf dem General-Catroux-Platz in 17. Arrondissement von Paris stattfand.

Dieses besonders spektakuläre und imposante Denkmal, das fünf Meter hohe und mehrere Tonnen wiegende zerbrochene Handschellen von Sklaven darstellt, ist das Werk von Driss Sans-Arcidet. Es ersetzt endlich eine Statue zu Ehren des ersten afro-karibischen Armeegenerals von dem Anatole France sagte: "Der größte der Dumas, ist der Sohn der Negerin. Er riskierte sechzig Mal sein Leben und starb arm. Ein solches Leben ist ein Meisterwerk, dem man nichts vergleichen kann."

Diese erste Statue, ein Werk von Alfred de Moncel, wurde Anfang 1913 installiert, sechs Jahre nach dem hundertsten Todestag von Dumas, also relativ spät nach dem Verlust des Menschen, und dank der Kampagne von Anatole France, da sein Sohn - der Romancier - bereits 1838 um die Errichtung einer Statue in Paris in Erinnerung an seinen Vater gebeten hatte. "Es wäre, so sagte er, eine Möglichkeit das alte Europa, das so stolz auf seine Vergangenheit und seine Zivilisation ist, daran zu erinnern, dass die Haitianer, bevor sie aufhörten Franzosen zu sein, ihren Anteil zu dem Glanz Frankreichs bezahlt haben." Diese erste Statue, die von einer öffentlichen Subskription eines kleinen Komitees von Treuen des Schriftstellers Alexandre Dumas finanziert wurde, wurde 1943 von den Nazis abgeschossen, und in die Gießerei für das Programm der Rekuperation von Metallen geschickt.

Das Denkmal das wir jetzt auf dem General-Catroux-Platz bewundern können, ist ein symbolisches Kunstwerk, sowohl ein Monument für den General als auch zur Abschaffung der Sklaverei.

Der Historiker Claude Ribbe, der väterlicherseits aus Guadeloupe und mütterlicherseits aus der Creuse stammt, und sich resolut als Universalist affirmiert, hat sich illustriert, in dem er der die Sklavenhandel-Vergangenheit Frankreichs aus antirassistischen und anti-kommunitaristischer Sicht überarbeitete. Er hat selbst eine Biographie des Generals mit dem Titel "Der schwarze Teufel" geschrieben, und davon einen Film gedreht. Er war es, der die Kampagne engagierte, diesen Soldaten dessen Namen, vergessen wir es nicht, auf der Südseite des Arc de Triomphe obligatorisch graviert wurde, zu rehabilitieren.

Beide Sklaven-Handschellen wiegen je 2,5 Tonnen. Das erste Eisen ist geöffnet, durch einige Kettenglieder am Boden befestigt. Es stellt die Sklavenkindheit des Generals dar. Das zweite ist geschlossen, aber seine Kette steigt in den Himmel: es symbolisiert das Erwachsenenalter und den Ruhm als General von Napoleon. Das Eisen, das noch geschlossen ist, und dabei noch zu öffnen ist, scheint mir sehr sinnvoll und überzeugt mich, dass wir, in dem wir uns anstrengen den Menschen in unserem Vortrag wieder ins Leben zu rufen, auf dem richtigen Weg sind.

Diese imposante Skulptur assoziiert sich mit der Statue von Alexander Dumas der ältere und der von Dumas der Jüngere, die bereits auf dem Platz standen, Platz der so wieder seine Berufung als "Platz der drei Dumas", wie er am Anfang des 20. Jahrhundert hieß, wiederfindet.

Es gibt einen anderen "Platz der drei Dumas." Es ist in Jérémie, im Herzen der Oberstadt, wo die Bronzebüste des Generals thront sowie eine Gedenktafel.

Darüber hinaus wurde 2006, zu dem Zweihundertjährigen Todestag, zwei Tafeln zu seiner Ehre angebracht: die eine auf die Fassade des Hauses in Villers-Cotterets in dem er starb, und eine zweite am San-Bernardino-Pass in den Alpen. Und seit 2009 gibt es ein an General Dumas gewidmetes Denkmal in Evry in der Essonne, das von Manuel Valls, damals Bürgermeister der Stadt, enthüllt wurde.

Eine große Bitterkeit, eine tiefe Traurigkeit ergriff mich, als ich zum Ziel hatte schnell, das Schicksal der "Hercules von Saint Domingue" zu zeichnen, und Ihnen seine Blitzkarriere und seine genauso schnelle Ungnade zu präsentieren, die Tragödie der Verlassenheit die das Ende des Lebens eines Menschen markiert, zu betonen, fiel ich während meiner neuesten Forschungen über mehr als unstimmigen Informationselementen. So lese ich, dass 2014 der neu gewählte "Front-National" Bürgermeister von Villers-Cotterets die Zeremonie zum Gedenken an die Abschaffung der Sklaverei, die vor der Gedenktafel an dem Todeshaus stattfinden sollte als Symbol der möglichen Integration eines farbigen Menschen, annullierte.

Diese Zeremonie konnte gewiss dennoch stattfinden, Dank dem Engagement des Vereins der Freunde von General Dumas, aber der Bürgermeister wollte nicht teilnehmen und verweigerte so jeden Schuldanteil an der Sklaverei und dem Menschenhandel. Ich überlasse Ihnen selbst, die Schlüsse daraus zu ziehen

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Mitteilungen (2015)

24. November 2015

Serge Chérie-Zécoté
Serge Chéri-Zécoté

Liebe Mitglieder (innen),
Liebe Sympathisanten (innen),

Sie haben mich zum vierten Mal im Amt des Vorsitzenden unseres Vereins der Freunde von Martinique und der Karibik bestätigt. Ich bin sehr geehrt und danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihr Vertrauen.

Mein Engagement und meine Loyalität der Satzung gegenüber sind garantiert. Dies mit voller Kraft und Stärke! Ich bin dem dynamischen und hochwirksamen Vorstands für seine Hilfe und natürlich Sie allen dankbar.

Sie haben per E-Mail oder per Post das Protokoll der Generalversammlung vom 31.10.2015 erhalten. Die nächsten geplanten Aktivitäten für das Jahr 2016, nämlich der französische Nationalfeiertag (14. Juli) und in der Karibische Kulturtag in Baden-Baden (12.11.) sind darin aufgeführt. Die Liste der Aktivitäten ist jedoch nicht vollständig. All Ihre Vorschläge werden ebenfalls berücksichtigt. Zögern Sie nicht diese uns in einer angemessenen Frist mitzuteilen, damit wir gemeinsam den Erfolg dieses kulturellen Tages erreichen (E-Mail: martinique.bw@gmx.net). Im Voraus danken ich Ihnen.

Nun wünsche ich Ihnen und Ihren Nächsten, ein ausgezeichnetes festliches Jahresende und ein gutes glückliches neues Jahr 2016. Mögen all Ihre Wünsche und Sehnsüchte in diesem neuen Jahr erfüllt sein.

Ihr Serge Chéri-Zécoté.

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2. November 2015

Nach der Kranzniederlegung am 2.11.2015 auf dem Ehrenfriedhof in Lichtental im Gedanken der Gefallenen Französischen und Deutschen Soldaten trafen sich die Teilnehmer im Gasthaus "Goldener Löwe" zu einem vom Rathaus Baden-Baden organisierten Empfang.

Von Links nach Rechts : Frau Dr. Martine Schoeppner erste Vizepräsidentin der Versammlung der
Franzosen im Ausland und konsularische Beraterin für den Bezirk Deutschland, Schweiz, Österreich,
Slowakei und Slowenien, Serge Chéri Zécoté, Präsident der Freunde von Martinique und der Karibik
in Baden-Württemberg, Frau Margret Mergen, Oberbürgermeisterin der Stadt Baden-Baden,
Dr. Heinrich Niederer Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft.

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Protokoll

MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2015

Datum: 31. Oktober 2015
Ort: Café Hoffmannn, 76530 Baden-Baden

Der Vorsitzende Serge Chéri-Zécoté eröffnete um 16.30 Uhr die Mitgliederversammlung, begrüßte die Erschienenen, insbesondere die neuen Mitglieder. Er dankte vor allem Günther Klümper und seine Gattin Madeleine Klümper-Lefebvre, beide Wohltäter des Vereins, für Ihre Anwesenheit und Ihre stete Unterstützung der bescheidenen dennoch humanistischen Aktionen des.Vereins. Er stellte fest, dass die Versammlung satzungsgemäß einberufen und beschlussfähig ist. Er gab die Entschuldigungen folgender Mitglieder bekannt: Astrid Sperling-Theis, Anouk Chéri-Zécoté, Christel Ketterer, Günther Ketterer. Hierauf gab er die im Einladungsschreiben mitgeteilte Tagungsordnung bekannt:

1 - Totenehrung
2 - Korrespondenzbericht
3 - Aufnahme neuer Mitglieder
4 - Kassenbericht und Entlastung des geschäftsführenden Vorstands
5 - Neuwahl des Vorstandes
6 - Verschiedenes

Zu Punkt 1:
Eine Schweigeminute wurde zur Erinnerung der verstorbenen Mitglieder und zur Ehrung von Raphael Elizé gehalten. Raphael Elizé, dessen 70. Todestag 2015 begangen wurde, war der erste Bürgermeister aus den Französischen Antillen in Frankreich. Er war 1891 auf Martinique geboren, und wurde 1929 zum Bürgermeister von Sablé-Sur-Sarthe (Normandie) gewählt. Während des zweiten Weltkriegs wurde er wegen seiner Hautfarbe von seinem Amt enthoben. Er wurde nach Buchenwald deportiert, wo er 1945 starb.

Zu Punkt 2 :
Der Vorsitzende berichtete über die Korrespondenz die im vergangenen Jahr eingingen, und besonders über die negativen Antworten aus den Rathäuser Baden-Baden, Rastatt und Bühl für die Anbringungen einer Relieftafel zu Ehren Aimé Césaire's (s. dazu Punkt 6 - Verschiedenes).

Zu Punkt 3:
Der Verein freut sich auf die Aufnahme 5 neuer Mitglieder : Alexandra Sand, Brigitte Sonneborn, Katharina Dührkop, Liane Böhme, Robert Steinseufzer.

Zu Punkt 4:
Konten wurden den Mitgliedern ordnungsgemäß vorgelegt und berichtet. Der geschäftsführende Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Zu Punkt 5:
Der folgende Vorstand wurde einstimmig gewählt:
Vorsitzender: Serge Chéri-Zécoté
Stellvertreter: Antoine Ruck
Schriftführer: Christiane Ruck
Schatzmeister: Charles Babillotte
Kassenprüfer: Jürgen Krust
Beisitzer: Roswitha Ganter, Georges Ganter, Astrid Sperling-Theis und Anouk Chéri-Zécoté.

Zu Punkt 6:
6.1: Programmaussichten 2016 :
- Zum Französischen Nationalfeiertag (14.Juli) ist eine Konferenz von Madeleine Klümper-Lefebvre vorgesehen. Thema: Severiano de Heredia, erster schwarzer Bürgermeister von Paris, Abgeordneter und Minister (1836-1901).
- Am 12. November: Karibischer Kulturtag
6.2: Die Aktion zur Anbringung eines Denkmals zu Ehren Aimé Césaire's wird weitergeführt. Es handelt sich darum, einen Platz in einer Kulturstätte bzw. Gartenanlage für die Anbringung einer bronzenen Relieftafel in Erinnerung an den Großen Humanisten, Dichter, Schriftsteller und Politiker aus Martinique Aimé Césaire (1913-2008), zu finden. Das Relief würde seine Abbildung darstellen mit einer Landschaft aus Martinique im Hintergrund (der Vulkan "Montagne Pelée") sowie einer kurze Biographie. Dieses Projekt, das anlässlich der Feier zum seinem 100. Geburtstag (2013) entstanden ist, konnte bisher aus verschiedenen Gründen von den Rathäusern der Städte Baden-Baden, Rastatt und Bühl nicht verwirklicht werden.
6.3: Die Idee von Frau Klümper-Lefebvre, als Verein Mitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden zu werden, fand großen Anklang. Ein Schreiben im diesem Sinne, wird der DFG demnächst zugesandt.

Die Mitgliederversammlung wurde um 17 Uhr 30 geschlossen.

Der Vorsitzende Serge Chéri Zécoté

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Sévériano de Hérédia

Texte: Madeleine Klümper-Lefebvre (Oktober 2015)

Severiano de Heredia

Wie ein Flug der Jagdfalken außerhalb des nativen Aases
Müde vom Tragen ihrer hochmütigen Miseren,
Von Palos de Moguer aus, Fahrer und Kapitäne
Gingen fort, trunken von einem heroischen und brutalen Traum.

Sie wollten das fabelhafte Metall erobern
Dass auf Cipangu's weit entfernten Minen reift,
Und die Passatwinde neigten ihren Antennen
Am geheimnisvollen Rande der westlichen Welt.

Jeden Abend, in der Hoffnung auf epische Morgen,
Das phosphoreszierende Blau des Tropenmeers
Verzauberte ihren Schlaf zur goldenen Fata Morgana;

Oder gebeugt am Bug der weißen Karavellen,
Schauten sie aus einem ignorierten Himmel herausragend
Aus den Tiefen des Ozeans neue Sterne.

* * *


Als ich zum ersten Mal den Namen des Menschen, von dem ich heute sprechen möchte - Severiano de Heredia - hörte, war es dieses Gedicht, das mir sofort in den Sinn kam. Es trägt den Titel "Die Eroberer" und ist Teil der Sammlung von Gedichten, die den Titel "Die Trophäen" trägt, eine Sammlung von 118 Sonetten, im 19. Jahrhundert von Jose Maria de Heredia (1842-1905) gedichtet.

Als Oberschülerin, war ich von diesem "exotischen und klangvollen Namen", wie Theophile Gautier ihn nannte, verzaubert, einem Namen baskischer Herkunft, der entweder ein Ortsname sein kann, wie es der Fall für ein Dorf und eine Stadt im spanischen Baskenland und eine Provinz von Costa Rica ist, sowie ein Familienname, der durch eine ziemlich große Zahl von Menschen, unter denen ich einen päpstlichen Kapitän in Avignon im 14. Jahrhundert finde, sowie ein spanischen Mönch der gleichen Epoche , und auch Pedro de Heredia, Gründer des Indischen Cartagena in Kolumbien, eine mexikanische Schauspielerin 1966 geboren, einen argentinischen Sänger und natürlich viele mehr. Alle diese Heredia haben wahrscheinlich nicht alle Konquistadoren als Vorfahren, so wie unser Dichter sie in seinem Sonett beschrieb, dieses Sonett so eng und intellektuell konstruiert, mit so einem imperativen Rhythmus, ist eine Freude sowohl für das Auge als für das Ohr, und bildet eine Kristallisation einer Masse von so wichtigen historischem Wissen, dass man nicht satt wird es zu lesen, um mehr und mehr den Sinn zu durchdringen.

Allerdings hat der Träger dieses Namens, von dem wir heute im Detail hören werden, mit Vornamen Severiano, eine gute Chance, als entfernten Vorfahren diesen Pedro de Heredia zu haben, der einer Hafenstadt an der Nordküste Südamerika den Namen "Cartagena de las Indias" gab, als man die neu entdeckten Länder durch "Westliches Indiens" bezeichnete, im Gedanken dass Christoph Kolumbus, als er auf dem Weg nach Cipangu (Japan) auf der Insel Haiti landete, die Erde umkreist hat bis nach Indien. Dieser Konquistador-Vorfahre gehörte zweifellos zu dem verarmten spanischen Adel, diesem Adel der gezwungen war, Vermögen anderswo zu suchen. Er war also einer dieser Abenteurer, die aus Europa in die Fußstapfen von dem Genuesen Christoph Kolumbus Ende 15. und Anfang 16. Jahrhundert, traten. Zuerst gewalttätige Abenteurer, unser Dichter hat sie mit bluthungrigen Raubvögeln verglichen, haben sie sich in Menschen umgewandelt, die bewusst der Größe ihrer Reise wurden, Reise die ihnen die Unermesslichkeit der Welt öffnete.

Dieser Pedro de Heredia hatte vom König von Spanien, Kaiser Karl V., den Titel "Adelantado", der ihm Vollmacht gab, im Namen Spaniens Land, Reichtum und Menschen des nördlichen Teils von Südamerika, das das"Kastilien des Goldes" genannt wurde und mehr oder weniger dem aktuellen Kolumbien entspricht, zu beschlagnahmen. Wir werden bald die ersten Nachkommen des furchtlosen Konquistadoren in Santo Domingo installiert sehen. Am Ende des achtzehnten Jahrhunderts, wurden die Heredia wegen Ereignissen nach Kuba gejagt. Und es ist auf dieser Insel, dass wir zwei Brüder namens Heredia treffen, Manuel und Nicolas. Manuel hatte zwei Söhne und zwei Enkelsöhne, von denen der eine der spanisch-amerikanische Dichter und Meister der Freiheit und Unabhängigkeit Kubas, José María Heredia y Heredia (1803-1839) war, Vertreter der Prä-romantischen Schule , berühmt für seine eindrucksvolle Ode an den Niagara "Niagara poderoso", und der andere, der Französische Dichter von dem wir das Gedicht lasen, Jose Maria Heredia y Girard. Gestatten Sie mir eine kurze Erklärung: vielleicht denken Sie, dass ich gefährlich die Namen mische. Dies ist jedoch nicht der Fall: der Brauch ist in der Tat, zumindest für Menschen mit einem ausreichend hohen Rang, dass dem Familiennamen des Vaters durch die Konjunktion "y", die "und" bedeutet, den ersten Familiennamen der Mutter zugeordnet wird. Im Fall des ersten José Maria de Heredia y Heredia, hatte die Mutter den gleichen Nachnamen wie der Vater!

Nicolas, hatte seinerseits einen Sohn namens Ignacio, Rechtsanwalt und wohlhabender Kreolischer Pflanzer, der die Französin Madeleine Godefroy heiratete und mit der er keine Kinder bekam, jedoch einen Sohn hatte mit einer freien Mulattin namens Brigida oder Beatrice. Er anerkannte stillschweigend diesen außerehelichen Sohn und arrangierte sich - ich werde nicht versuchen Ihnen seine Mogeleien zu explizieren - ihm seinen Namen zu geben, obwohl er in den offiziellen Akten als sein Pate registriert ist! Sie haben es verstanden, dieser biologische Sohn Severiano de Heredia (1836-1901), ist der Französische Politiker, für den wir uns heute interessieren.

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Also stellte ich Ihnen drei Cousins, drei verschiedene Zweige des selben Stammbaums, vor.

Kehren wir nun zurück zu dem einen, der uns interessiert. Unser Heredia ging nicht nach Amerika, um sein Glück zu versuchen, denn er war eigentlich schon vermögend, da er ein bedeutendes Erbe seines kürzlich verstorbenen Vaters empfangen hatte, aber kam nach Frankreich im Alter von neun Jahren, um sein Studium zu absolvieren, begleitet von der Witwe seines leiblichen Vaters, die ihn adoptiert hatte, und um seine Ausbildung sorgte, nach dem Tod der leiblichen Mutter, die Mulattin Brigida, als das Kind fast fünf Jahre alt war. Was Einzelheiten über seine Geburt, seine frühe Jugend, seiner wahren Herkunft in den offiziellen Dokumenten betrifft, muss ich zugeben, dass die Recherchen sich schwierig erweisen, da Severiano anlässlich seiner Hochzeit 1868 bestimmte Details wahrscheinlich schweigen oder manipulieren wollte, so bleibt das Geheimnis seiner jungen Jahren voll. Ich werde mich hüten in Vermutungen zu verlieren, da letztendlich diese in meinem Kontext von keinerlei Bedeutung sind.

Sehr jung nach Frankreich zu kommen um zu studieren, war auch was geschah mit seinem Cousin von dem wir gerade das Sonett lasen. Aber Severiano distinguierte sich nicht durch seine zahlreichen Gedichte, obwohl er in seiner Jugend ein gewisses Talent Verse zu schreiben bewies. Allerdings hat er nicht in diese Richtung perseveriert und einige Kritiker denken, er habe recht gehabt.

Ich kann meinerseits nicht entscheiden. Aber vergessen wir nicht, dass der "nonchalante Kreole" versuchte, als er Gymnasiast war, seinen Verwandten aus Havanna José María de Heredia nachzuahmen, so wie es die Dichterin Marceline Desbordes-Valmore in einem Empfehlungsschreiben bescheinigt. Er veröffentlichte Gedichte in der Revue de Paris. Victor Hugo schrieb 1857 einen Brief aus Jersey an den Dichterneuling: "Ihre Verse sind von einem echten Strahl des Ideals beleuchtet, Sie haben den Glauben, den großen Glauben der eine Tugend ist. Sie übersetzen diesen Glauben in tapfere Strophen ... machen Sie weiter, ich folge Ihnen mit den Augen und applaudiere Ihnen ... " Doch trotz dieser Ermutigung, scheint es, dass Severiano in diese Richtung nicht perseverierte. Halten wir uns einen Moment auf dem ersten Vierzeiler, einer seiner wenigen 1857 veröffentlichten Dichtungen:

Wozu sich nach den Klängen der Erde lehnen?
Warum sich ziellos ihrer ihren Geschreien zu mischen
Ein Geschrei mehr, wenn wir schweigen können,
Um, das Auge zum Himmel, nach heiligeren Gerüchten zu suchen?

Aber letztendlich schwieg er nicht lange, da man ihn 1864 im politischen Leben engagiert sieht! Er hat wahrscheinlich erkannt, dass seine Gabe als Redner die des Dichters übertraf!

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Kommen wir zurück und suchen wir nun Severiano in den Archiven des renommierten Gymnasiums Louis-Le-Grand, in das die am besten informierten und einflussreichsten Klassen der Gesellschaft ihre Sprösslinge bewusst schickten. Er verließ sie nach seiner Rhetorik. Er akkumulierte Preise und Auszeichnungen. Er hat daher sehr solide klassische Studien gemacht. Er schaffte es, das Niveau der Elite zu erreichen. Darüber hinaus gelang es ihm, von seinen menschlichen Qualitäten her, seine Klassenkameraden für sich zu gewinnen, er der Waise von Vater und Mutter, er der Ausländer - vergessen wir nicht, dass er Spanischer Bürger ist, da er in Kuba geboren ist, damals eine Spanische Kolonie - er der Blutmischling, er der Nachfahre afrikanischer Sklaven. Die gute Gesellschaft dieser Zeit war bereit, ihn aufzunehmen. Er hat Geld, ist sehr arbeitsam, beherrscht die Französische Sprache mit sicherer Leichtigkeit und Noblesse. Seine unbändige Vorliebe für Literatur und Schreiben macht ihn schnell zum Chronisten. Es folgen ziemlich schnell Referent und Redner.

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Seine ersten ästhetischen Chroniken erscheinen in "Le Gaulois" (der Gallier), einer kulturellen wöchentlichen Zeitung. Er ist 22, und er, der Blutmischling, Zeichnet "Ein Gallier im Salon" und warnt seine Leser: "Was ich mag...ist Gedanke und Gefühl.... Wahrheit und Leben. .. starken Glauben in Jugend und Zukunft "! Er schreibt auch Chroniken für die Revista Hispano-Americana von Madrid, ein notorisch abolitionistisches Organ, dessen Direktor, Jurist und Schriftsteller Antonio Angulo y Heredia, ein Cousin seines Alters war. Severiano lobte darin die Hauptstadt, lobte die Pariser und machte sehr persönliche Einschätzungen über Theaterkunst, Malerei, Religion, Politik, aber aus Höflichkeit oder Vorsicht machte er nie Anspielungen an die Sklaverei. Wir wissen nicht, wann sich Severiano von seinem Afrikanischen "Erbe" seines Vaters getrennt hat. Er machte öffentlich die Demonstration, dass er 1876 nur freie Arbeiter in seiner Zuckerfabrik beschäftigte.

Obwohl er aus Kuba gebürtig war, ein kubanischer Kreole als leiblichen Vater hatte, und einen Teil seiner Einnahmen aus Kuba kamen, obwohl er den Stolz der Kubaner auf diesen Sohn, der Minister in Frankreich ist, kannte, fühlte sich Severiano stets als Franzose. Dennoch hat er akzeptiert, an der Spitze eines Französischen Ausschusses von Politiker und Schriftsteller zur Verteidigung des freien Kubas zu stehen, also sich aktiv für die Unabhängigkeit der spanischen Kolonie eingesetzt, aber ohne dabei seine Interessen auf der Insel zu verlieren. Wir werden bald in ihm ein wachsendes Interesse an der sozialen Frage als auch eine klare Politisierung bemerken. Bald kommt 1870 und der Krieg gegen Preußen, und dann die Proklamation der Republik im Rathaus von Paris. Severiano applaudiert.

Er, der junge wohlhabende Rentner, der eine Zeitlang ein "Talent für das Farniente" zu haben schien, wie sein Freund Maurice Dreyfous ihn charakterisierte, war mit der Zeit "einer der schlimmsten Arbeitsknechte, der jemals existiert hat! " In der Tat, nach einem Zeitraum von Dilettantischem Studium, während er unter anderem Finanz, Wirtschaft, soziale Beziehungen, studiert, Bücher in seiner Bibliothek akkumuliert, 1868 eine junge Witwe mit einer hübschen Rente heiratet, er selbst in Immobilien investiert hat und einen regelmäßigen Rentenanteil aus der Zuckerplantage und Zuckerfabrik in Kuba bekommt, hat unser Severiano immer noch Ausländerstatus, der ihm aktive Teilnahme an der Politik verbietet, obwohl alles ihn dazu treibt.

Er trat bald in Paris in die Freimaurerei ein, wo er sich schnell zu höheren Graden erhebt. Unfähig, seine kubanische Herkunft zu vergessen, engagierte er sich von Paris aus, für den Kampf der Abolitionisten in Madrid, für die Schrittweise Abschaffung der Sklaverei in den spanischen Kolonien der Karibik. Schließlich März 1870 - es ist 28 Jahre alt - unternimmt er es, voll Franzose zu werden um "zu zeigen, dass er erkannte, was er Frankreich in diesen schwierigen Zeiten schuldete, und um dem Land nützlich zu sein", wie er schrieb, und ab dem 28. September desselben Jahres ist er dazu zugelassen, die Französischen Bürgerrechte zu genießen.

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Erlauben Sie mir nun kurz, eine Erinnerung an die politische Situation in Frankreich zu präsentieren:

1852 wurde das Kaiserreich zu Gunsten von Napoleon III verkündet
1870 kämpfen Frankreich und Deutschland gegeneinander, in einem Konflikt den beide Seiten wollten.
Am 1. September 1870 ist die Kapitulation des Kaisers bei Sedan. Die Republik wurde am 4. verkündet, Paris war belagert und kennt Hunger und Kälte.
Am 28. Januar 1871 entscheidet sich die Nationalversammlung für den Frieden.
Am 10. Mai, trennt der Friedensvertrag von Frankfurt das Elsass und Nordlothringen von Frankreich ab.
Ein Großteil der französischen Bevölkerung, besonders in Paris, hat sehr unter dem Krieg gelitten - man hat Hunde und Ratten gegessen - und nach einigen Fehlern der Politiker, brach der Volksaufstand im März auf, und es kommen die 70 blutigen Tage der Kommune, die ich nicht weiter betonen werde.

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Von Dezember 1870 bis Juni 1871, floh Severiano aus der bombardierten, belagerten, ausgehungerten Hauptstadt, und hatte Zuflucht in der Burg von Larçay, Besitz seines Schwagers, gefunden, wo er mit seiner Feder kämpfen wird. Er ahnte einen katastrophalen Ausgang des Konflikts und schrieb unter anderem einen "Aufruf an das Volk" und fordert den Republikaner wie Gambetta auf. Sein Programm, mitten im Krieg geschrieben, fasst drei Punkte zusammen:
1) Moderation im Siegesfall
Resignation bei Verlieren des Krieges
3) sofortige Volksabstimmung.
Er schreibt: "Wenn wir wieder nach Paris zurückkehren, seien wir nicht im Glauben, unbesiegbar zu sein, verlangen wir nicht den Rhein zu überqueren. Bieten wir Deutschland sofortigen Frieden an "... und weiter fügt er hinzu:" Wenn wir nur wenige Kilometer Land verlieren, wäre die Buße nicht zu bitter (...) das wahre große nationale Leid (...) wäre, unsere der Französischen Familie durch das ungerechte Gesetz der Gewalt brutal entrissenen Brüder aus dem Elsass und Lothringen, zu verlassen." Welch ein glühender Nationalismus von einem neu Eingebürgerten, der jedoch ein überzeugter Pazifist bleibt. Hat er nicht gesagt: "Es ist Zeit mit den periodischen Kriegen und dem Menschlichen Gemetzel zu enden!"

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In der katholischen Religion erzogen, Severiano, von dem wir fast nichts wissen über seine ersten Jahren, geht nun nicht mehr in die Kirche ausgenommen bei Beerdigungen aus Respekt für die Überzeugungen und hat keine anderes Credo, als das freie Denken. "Man muss sich endgültig für die Seite der Wissenschaft und des Gewissens entscheiden, denkt er!" Ein Freund der als"fortgeschrittener Republikaner" galt, wirft ihn in die Politik, und er wird sein Glück 1873 in Teilkommunalwahlen versuchen. Nun ist er Gemeinderatsmitglied.

Von 1871 bis 1901, dreißig Jahre lang, wird Severiano kräftig das Prinzip der Laizität in den öffentlichen Stellen verteidigen: Friedhöfe, Krankenhäuser, Gebäuden, Schulen ... und in den republikanischen Institutionen, und es ist kein Zufall, dass er in einigen Rubriken als "Kreuzritter der Laizistischen Schule", beschrieben wird. Fügen wir jedoch hinzu, dass sein Eifer nie in empörenden Antiklerikalismus ausging. Er wird schließlich 1881 seinen Wunsch nach Gründung einer laizistischen obligatorischen und unentgeltlichen Grundschulbildung, nach der Wahl der sogenannten Jules Ferry-Gesetzen, erfüllt sehen. Aber beachten wir, dass dies noch nicht die vollständige Trennung von Kirche und Staat ist. Wir können jedoch sagen, dass Severiano de Heredia ein früher Architekt dieser Gründung-und-Stabilisierungsgesetze der Französischen Republik war.

Er arbeitete auch für die Entwicklung der Bildung der Frauen, um sie nicht in die Rolle der Hausfrau zu relegieren . Wir sehen es: er ist einer der Aktivsten, voller Initiativen, die Routine störend, und entschieden in die Zukunft blickend. Er beweist Lebendigkeit und Geschicklichkeit, er ist ein Einiger. Er will die Französische Gesellschaft, in der er zu viele "Rückstände" der Bonapartistischen Regierung bemerkt, reformieren. Severiano de Heredia wurde dann in den Rat der Stadt Paris gewählt und wurde 1879 sein Präsident.

Erlauben Sie mir ein wenig Geschichte: Die erste Gemeinde von Paris wurde um 1260 gegründet, und hatte eine recht lange wechselvolle Geschichte. Vor der Revolution von 1789 wurde die Gemeinde von Paris durch den Propst der Kaufleute geleitet, der letzte wurde am 14. Juli 1789 getötet, und der erste Bürgermeister am nächsten Tag gewählt. Aber von 1821 bis 1977 wurde die Stadt durch den Staat verwaltet und Paris wurde eine Stadt ohne Bürgermeister, eine flagrante Anomalie, eine Konsequenz des Misstrauens, das die Zentralregierung dem rebellischen Geist und der revolutionären Neigung, die die Stadt im Laufe der Geschichte demonstrierte, gegenüber bewies. Paris musste sich daher mit einem Generalratsvorsitzenden, der alle sechs Jahre gewechselt wurde und eine ähnliche Funktion eines Bürgermeisters hatte, begnügen. Dies erklärt, dass man zu Recht sagen kann, dass Severiano, dieser kubanische Mulatte, "Bürgermeister" von Paris war. Er hat sich auch nie nehmen lassen, immer wieder zu betonen, dass "die kommunalen Freiheiten die Grundlage eines freien Landes sind!"

Der Status des Bürgermeisters, der bis 2002 noch nicht aller Befugnisse hatte, wurde erst 1977 wieder in Kraft gesetzt, mit Jacques Chirac der seinen Posten bis 1995 behielt. Heute, und seit April 2014, hat Paris Anne Hidalgo, aus Spanien Gebürtig, an der Spitze. 2003 hat Bürgermeister Bertrand Delanoë vorgeschlagen, eine Straße in der Hauptstadt nach Severiano de Heredia zu nennen. Dies sollte nach meinen Angaben nach feierlich jetzt, in dem ich diese Zeilen auf meiner Tastatur tippe, also am 5.Oktober 2015, im 17. Arrondissement, geschehen! Anne Hidalgo sprach gerade diese Worte: "Ich bin glücklich und stolz, Severiano de Heredia zu würdigen".

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Severiano wurde bald in die politische Arena geworfen, als der Abgeordnete des Departement "Seine" starb. 1881 wurde er zum Abgeordneten der Seine gewählt mit Unterstützung von Laizistischen Komitees und Freimaurerlogen. Er ist in der Abgeordnetenkammer der einzige farbige Mensch und der einzige, der ein "von" trägt. Er ist voller Gesundheit, zum Studium gebildet, und bleibt sich selbst treu, obwohl er im Laufe der Jahre weniger radikal und in seinen politischen und sozialen Programmen immer kompromissbereiter wurde. Er hatte viel Arbeit während seinem achtjährigen kommunalen Amt geleistet, trat aber aus dem Stadtrat aus, da er zum Abgeordneten gewählt wurde. Nach einer reichen, zügig durchgeführten kommunalen Karriere, erwartete ihn nun ein nationales Schicksal.

Es ist jetzt 45, und einer der zwei gewählten des 17. Arrondissement, des bevölkerungsreichsten Arrondissement der Hauptstadt nach dem 11. und 18. . Er nimmt sich rasch seine Mission zu Herzen und findet Genuss an der Funktion. Wenn man seine eingewurzelten Überzeugungen über Schule, Laizismus und sozialen Reformen kennt, kann man sich seine unermüdliche Tätigkeit im Parlament vorstellen. Diese Aktion war weit davon, immer einfach zu sein, die Anfänge der Dritten Republik, die 1871 dem Zweiten Kaiserreich folgte, und bis Juni 1940 dauerte, war eine sehr schwierige Zeit für die Regierung des Landes, da die Legislaturen sich manchmal in einer atemberaubende Schnelligkeit ablösten, und dies nicht ohne einige Schwierigkeiten aufgrund der Rivalitäten politischer Clans, von denen ich nicht weiter sprechen werde. Was seine Aktion während seiner beiden Amtszeiten betrifft, will ich nur eine zitieren, die mich, ich muss es zugeben, peinlich überrascht hat: in den Abstimmungen über die Mittel der Kolonialexpeditionen, folgte er, er der Mulatte der Antillen, seinen weißen Kollegen! Er ist allerdings nicht der einzige, dessen Haltung mir schwer zu interpretieren scheint!! In der Tat, die Parlamentarier aus Guadeloupe und Martinique, auch Mulatten, stimmten für die Eroberung von Tunesien und Tonkin! Soll man, kann man versuchen die Erklärung Severianos zu diesem Thema zu akzeptieren , nämlich seinen Patriotismus, seine Vorstellung von nationaler Ehre? Meinerseits ist es eine Position die ich schwer annehmen kann, selbst wenn ich die europäische politische Situation zur Zeit des Berliner Kongresses 1884-1885, studiere, diese internationale Konferenz die zwischen allen sogenannten zivilisierten Nationen die systematische Aufteilung des afrikanischen Kontinents vereinbarte! Wir sind weit entfernt von der historischen Klarsichtigkeit und dem integralem Humanismus des spanisch-kubanischen Dichters José Martí y Pérez, der beispielsweise in der Eroberung der Neuen Welt ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kultur sah!

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Da gerade der Kolonialismus Heredia dazu führte, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen, bin ich geneigt diese Tatsache als ironisches Schicksal zu bezeichnen. Zwar hat man die Eroberungen, eher gesagt die Afrikanischen "Kriege", mit der "Zivilisierung" der schwarzen Bevölkerung gerechtfertigt, es war dennoch ziemlich widersprüchlich, dachte man, einen Mulatten in der Regierung zu haben! Seine Wertschätzung begann zu sinken, vor allem während der Pariser Weltausstellung 1889; die erste internationale Ausstellung, die sich zu dieser Zeit folgten, war 1866 die von Melbourne. Die Ausstellung von Paris, die uns besonders interessiert, und für die der Eiffelturm gebaut wurde, dauerte sechs Monate. Sie hatte viele Pavillons, in denen Bewohner der Kolonien ausgestellt wurden. Die imperialistischen Mächte, in ihrer ewigen Gier die eroberten Völker zu entmenschlichen und sich rühmten, ihnen überlegen zu sein, stellten in gigantischen eigens dafür gebauten Paläste die Einheimischen als "primitive" oder "wilde" Wesen auf dem Wege der Domestikation aus, und befriedigten somit die westliche Vorstellung. Was aussah wie ein grausamer menschlicher Zoo, diente als Unterhaltung für die Bürger. Das Jahr 1889 sollte doch die Jahrhundertfeier der republikanischen Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit symbolisieren!

* * *

1887 tritt Severiano in die Regierung ein, und wird Minister für öffentliche Arbeiten, eine "technisches" Ministerium das seiner Persönlichkeit gut entspricht, obwohl es zu erwarten war, dass ihm die öffentliche Bildung angeboten würde. Trotz mehr oder weniger offene Animositäten, die so oft neue Ernennungen begleiten, wirft sich Severiano in die Realisierung eines Projektes, von dem jeder sprach und das bisher vegetierte, der berühmten Metro. Tatsächlich braucht Paris dieses moderne Verkehrsmittel, das bereits schon Berlin, London und New York hat, denn die Stadt erstickt.

Leider fällt die Regierung, zu der er gehört, dem kleinen Spiel der parlamentarischen Kombinationen zum Opfer, und wird sechs Monate nach seiner Ernennung zum Minister, gestürzt! Eine neue Regierungsmannschaft wird gebildet. Neue Leute werden gebraucht. Eine gewisse sehr rassistische primäre "anti-schwarze" Presse, hatte nie aufgehört den "Neger aus dem Ministerium", den "Sklavenhändler Neger", den "schokoladenbraunen Neger mit der dicken Lippe", der eine Haut hat "wie Pflaumen aus Agen … und der in der Regel für die Katz arbeitet", zu beleidigen.

Der Höhepunkt der Dummheit und des Rassismus, verbündet mit dem allgegenwärtigen Fremdenhass der im Land herrschte, wurde erreicht, als man seinen Vater als "Deutscher Jude" bezeichnete! Beachten Sie eine Sache bitte: diese bis zum höchsten Grade verleumderischen Artikel unterliegen keiner Zensur: Rassismus wird noch nicht als ein Verbrechen angesehen, er ist eine Meinung wie eine andere! Severiano hatte die Stärke und Seelengröße, auf diese niedrigen Machenschaften, nie zu antworten. Er kennt die grundsätzliche Gleichheit der Menschen, und fühlt weder Scham noch Stolz, als Schwarzer gesehen zu werden. So wird er nicht Minister der ersten Metro! Die erste Linie dieser Metro, die er sich gewünscht hat, wird wenige Monate vor seinem Tod eröffnet. Ist er noch mit ihr gefahren? Ich weiß es nicht.

Die Kürze seines Aufenthalts im Ministerium verhinderte auch die Realisierung anderer Projekte, die er schon lange Zeit im Kopf hatte, wie das Ausgraben und den Bau von Wasserstraßen, die Möglichkeit Paris zu einem Seehafen umzuwandeln, oder der Bau eines Kanals der Marseille mit Bordeaux verbindet. Darüber hinaus wurde er während seiner zwei Amtszeiten mit dem Aufstieg einer Krise konfrontiert, die das Ende der Republik hätte sein können, und Frankreich zum Krieg mit Preußen hätte führen können: ich meine den Aufstieg des Boulangismus. Er sah die Gefahr und kämpfte hart gegen diese immer höher werdenden revanchistischen Ansichten von General Boulanger, damals Kriegsminister, der im Elsass einen Spionagefall ausgeheckt hatte, als das Elsass, und dass seit 1871, eine Deutsche Provinz war. Georges Clemenceau, der Teil der anti-kolonialistischen Linken war, hatte das letzte Wort: "Der Krieg ist eine zu ernste Angelegenheit, um ihn dem Militär anzuvertrauen! "

* * *

Nun ist er "Herr Ehemaliger Minister" geworden! Über sechzig, mit welligem und grauem Haar, ist es er immer noch lebhaft und elegant, freundlich und in verschiedenen Sektoren tätig, auch wenn wir einen gewissen beklagenswerten Verlust an notorischem Ruhm bemerken müssten. Eine Gebiet, das er liebt, er der Förderer des technischen Fortschritts, ist das Autofahren, also das "Ende des Pferdes", wie es der Titel eines damals veröffentlichten Buches verkündete, und obwohl sein schönes Vermögen auf Grund verschiedener Rückschläge ein wenig zerschmolzen war, hätte er gerne sein eigenes Automobilunternehmen gegründet, und entschied sich für Strom als Energiequelle. Aber die Motoren sind schwer, übergroß, ihre Autonomie ist sehr begrenzt und Severiano, "voituriste" wie man damals die Autofahrer nannte, scheint am "Lenkrad" des Elektroautos "Krieger" zu schlendern, ohne sich keineswegs um die von Pferden gezogenen Kutschen die ihn überholen, zu kümmern. Er erlitt zwei Unfälle die, wenn sie auch nicht tödlich waren, ihn erheblich geschwächt haben. Er starb 9. Februar 1901, wahrscheinlich an einem Hirnschlag. Er ist fünfundsechzig. Seine Frau Henriette und ihre Tochter Marcelle, die eine glänzende Karriere in der wissenschaftlichen Forschung als Neurophysiologe hatte, und ein Jahr später den Professor Lapicque, mit dem Sie 40 Jahre lang zusammenarbeitete, heiratete, waren erschüttert. Severiano wurde auf dem Friedhof von Batignolles begraben. Er ruht mit seinem Sohn Henri Ignace, seiner Adoptivmutter, seiner Ehefrau, seiner Tochter und seinem Schwiegersohn Louis Lapicque im Grab, das er zum Tod seines Sohnes errichten ließ. Es ist ein Steinmonument, heute in einem halb verlassenen Zustand, geschlossen mit einem blau gestrichenem Gitter, frei von jedem religiösem Zeichen sowie wie jedem Freimaurersymbol. Unter den Persönlichkeiten, die an seinem Grab eine Ansprache hielten , scheint mir am bedeutendsten der Anthropologe, Journalist und haitianische Politiker Antenor Firmin, der 1885 eine Studie erscheinen ließ, die grundlegend war, und dessen Titel " Gleichheit der menschlichen Rassen " ist, eine positive Anthropologie und eine Rehabilitierung der historischen Größe der schwarzen Rasse aus dem alten Ägypten, und dies als Reaktion auf das " Essay über die Ungleichheit der Menschenrassen " von Arthur de Gobineau (1854), das eine Hierarchie der verschiedenen Rassen behauptete.

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Sie haben wahrscheinlich von der Polemik, die die Französische Gesellschaft erschütterte, gehört; lassen Sie mich sie Ihnen in Erinnerung bringen: am 26. September, während der im Fernsehen übertragenen Sendung mit hoher Einschaltquote "On n'est pas couché", hat Nadine Morano, Europäische Abgeordnete und Mitglied der Republikanischen Partei von Herrn Sarkozy, von Charles de Gaulle den folgenden Satz zitiert, und dieser wurde in einem Buch von Alain Peyrefite erwähnt: "Wir sind ein christlich-jüdisches Land weißer Rasse, das Fremde empfängt" Dieser Satz kommt aus den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Seitdem ist viel Wasser unter den Brücken der Seine geflossen, und die Nationalversammlung hat Mai 2013, wahrscheinlich zum Leidwesen der "Rassizistischen", das Wort aus dem Französischen politischen Wortschatz gestrichen. Nadine Morano hat also den Satz übernommen, und wollte dies nicht widerrufen oder sich entschuldigen. Seine Partei, dadurch in Verlegenheit geraten, zog ihr ihre Investitur zu den bevorstehenden Regionalratswahlen zurück! Alle Länder haben nicht die gleiche Empfindlichkeit über den Begriff, der hier ein Problem darstellt. Und, um die Geister zu beruhigen, schlage ich vor, dass wir uns an die Definition des Wörterbuches Larousse halten: Die Rasse: "Eine Kategorische Klassifizierung der menschlichen Wesen nach morphologischen oder kulturellen Kriterien ohne wissenschaftliche Grundlage, und dessen Anwendung die Grundlage zu verschiedenen Rassismen und Praktiken ist. "Und weiter heißt es: "Die Fortschritte der Genetik führen heute dazu, jeden Versuch rassischer Klassifizierung der Menschen zurückzuweisen."

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Erinnern Sie sich: Ich begann meine Präsentation mit dem Gedicht "Die Eroberer" unseres Dichters Jose Maria de Heredia, und wir haben später verstanden, dass er ein Cousin von Severiano war. José Maria, sechs Jahre jünger als Severiano, war wie er, geboren als Spanischer Bürger in der spanischen Kolonie das damals Kuba war. Sein Namen war damals Jose Maria de Heredia y Girard, da seine Mutter von Französischer Herkunft war. Er kam nach Paris im Alter von neun Jahren, um dort zu studieren, genauso wie Severiano.

Unsere zwei Cousins, beide opulente Bürger, mit dem gleichen Namen, lebten und arbeiteten beide viele Jahre in der Hauptstadt, aber ohne sich zu begegnen. Sie hinterließen keine Spur von Beziehung zwischen ihnen: weder familiäre noch literarische noch politische noch soziale Verhältnisse. Severiano starb wenige Jahre vor seinem Cousin. Aller Wahrscheinlichkeit nach war José Maria nicht zu seiner Beerdigung gekommen. Wie können wir dieses Verhalten verstehen, wenn nicht nur aus Stolz, von einem glorreichen Konquistadoren abzustammen, und damit also nicht in der Lage zu sein, einen Bastard und darüber hinaus einen Nachkommen eines Sklaven zu besuchen! Wie später die Tochter von José Maria, Marie Regnier, schrieb: es war die "Verwandtschaft linker Hand" Die Journalistin und Schriftstellerin Sabine Faivre d'Arcier, die auf Französisch und Spanisch für den Verlag "Lettres Cubaines" schreibt, veröffentlichte neulich ein Buch über diese zumindest seltsame Situation. Ich zitiere Ihnen eine Passage: "Jede dieser beiden Familien lebte Seite an Seite in Paris, während einem halben Jahrhundert den großmöglichsten Abstand haltend, nur um ihren Stand und Rang in dieser Gesellschaft zu erhalten. Schwachstellen und Wunden wurden unter einem Boden der Gleichgültigkeit, der Stille, des Ungesagten, der Amnesie, begraben. .... "

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Pressemitteilung

Die Freunde von Martinique sind dankbar.

Die Familie Pastel mit Präsident Serge Chéri-Zécoté
(im Hintergrund) Foto : Freunde von Martinqiue

Unser Marathonläufer Jean-Claude Pastel - Geschäftsführer der Firma "Cartonnages d'Alsace" - weiß immer, gute Überraschungen zu schaffen. So hat er wieder einmal Präsident Serge Chéri-Zécoté eine Spende von 500 € zu Gunsten des Vereins der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg überreicht.

Der Brauch wurde respektiert. Das traditionelle Getränk "P'tit-Punsch" aus ihrer Herkunftsinsel Martinique wurde bei dieser Gelegenheit angeboten; diesmal von der Familie Pastel komplett.

Ein schönes Bild der Solidarität und der Freundschaft hervorgehoben in Baden-Baden, Adoptivstadt von Jean-Claude Pastel und Serge Chéri-Zécoté.

Präsident Serge Chéri-Zécoté fühlt sich sehr geehrt von der Leidenschaft und dem Engagement der Familie Pastel für den Erfolg unseres kleinen aber dynamischen Vereins, dessen Sitz sich seit dem 12.11.2003 in Baden-Baden befindet

Den aufrichtigsten Dank ist an diese herzliche und freundliche Familie gerichtet.

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17. Mai 2015

Offenheit und Solidarität: Hilfe für Schulkinder aus Nepal

Gemeinderatsmitglied Astrid Sperling-Theis,
Vorsitzende des Kiwanisclub Aida,
auch Gründungsmitglied der
Freunde von Martinique und in der
Karibik in Baden-Württemberg und
Serge Chéri-Zécoté, Präsident dieses Vereins.
Serge Chéri-Zécoté, Präsident der Freunde von
Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg,
Frau Leoff, Lehrerin und zwei freiwillige
und engagierte Studenten.



Der Kiwanisclub Baden-Baden Aida e.V. lud au 17. Mai zu einem musikalischen Benefiz-Brunch in den romantischen Innenhof der Klosterschule v. Hl. Grab, Baden-Baden, ein. Die Veranstaltung am Sonntagmittag fand bei recht sonnigem Wetter großen Zuspruch.



Die rund 100 Gäste, darunter Serge Chéri-Zécoté Präsident der Freunde von Martinique und der karibik in Baden-Württemberg e.V., wurden mit zahlreichen kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt. Für den musikalischen Genuss sorgte das Duo "Swing Cocktail".



Der Erlös der Veranstaltung fließt in das Nachhilfeprojekt "Schüler helfen Schülern", diesmal insbesondere für Hilfe an die Schulkinder aus Nepal.




Nähere Informationen:
baden-baden-aida.kiwanis.de



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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Die Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg und ihre Gäste sind zu einem gemütlichen Treffen

am Dienstag, 14. Juli 2015 um 15:00 Uhr

im Restaurant des Tennisclub "Rot-Weiß" (Lichtentaler Allee) eingeladen, um den Französischen Nationalfeiertag zu feiern.

Eine Verschiedene Auswahl an Kuchen, Kaffee, Tee und frische Getränke werden zur Freude des Zusammenseins angeboten.

Ein Foto der Teilnehmer im Rosengarten (Gönner-Anlage) wird an den Nationalfeiertag erinnern.

Die Kosten für diese brüderliche und freundschaftliche Veranstaltung werden von dem Verein übernommen.

Seien Sie herzlich willkommen. Der Vorstand freut sich auf Ihre Teilnahme.

Bitte melden Sie sich per E-mail vor dem 7. Juli an (martinique.bw@gmx.net).

Bis bald

Der Vorsitzende Serge Chéri-Zécoté

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Mitteilungen (2014)

Liebe Mitglieder, Liebe Sympathisanten,

Der Vorstand und der Präsident Serge Chéri-Zécoté freuen sich, Ihnen die Bilanz 2014 der Aktivitäten des Vereins der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg vorzustellen.

Das Jahr 2014 war in der Tat reich an positiven Kontakten und Aktionen.

Unser Verein wurde zum einen durch Vizepräsident Antoine Ruck an die Französische Nationalversammlung vorgestellt, insbesondere an Pierre-Yves Le Borgn', Abgeordneter der im Ausland lebenden Franzosen, der ihn herzlich empfing.

Zum anderen, anlässlich des hundertsten Jahrestags der Geburt des Dichters, Schriftstellers und Politikers aus Martinique Aimé Césaire, wurde ein Mahagonibaum in der berühmten Gartenanlage der Lichtentaler Allee in Baden-Baden durch unseren Verein und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden gepflanzt.

Darüber hinaus wurde auf Initiative von Frau Dr. Martine Schoeppner, konsularische Beraterin und erste Vizepräsidentin der Versammlung der Franzosen im Ausland, und auf Antrag von Frau Joëlle Garriaud-Maylam, Senatorin der Franzosen im Ausland, einen Zuschuss von 3.000 Euro dem Verein von dem Finanzausschuss des Französischen Senats aus der Parlamentarischen Reserve für 2014 gebilligt. Dieser Zuschuss ist zur Realisierung einer Tafel, die der Erinnerung an Aimé Césaire gedenken soll, bestimmt.

Außerdem hatte Präsident Serge Chéri-Zécoté die Gelegenheit Herrn Generalkonsul von Frankreich in Deutschland und Leiter des Französischen Instituts in Stuttgart, Nicolas Eybalin, am 4. November im Rahmen einer vom Rathaus organisierte Zeremonie der Erinnerung in Baden-Baden in Anwesenheit von Frau Oberbürgermeisterin Margret Mergen zu treffen, sowie am 8. desselben Monats in derselben Stadt den Abgeordneten der im Ausland lebenden Franzosen Pierre-Yves Le Borgn', bei einer Veranstaltung der Deutsch-Französischen Gesellschaft anlässlich der Veröffentlichung des Buches "Rencontres Inoubliables - Unvergessliche Begegnungen", ein historisches Werk von Madeleine Klümper-Lefebvre.

Schließlich wurde am 13. Juli 2014 eine Konferenz zum Französischen Nationalfeiertag organisiert, bei der Madeleine Klümper-Lefebvre und Günther Klümper von der Deutsch-französischen Gesellschaft uns mit großer Finesse mit einem Dialog bescherten. Thema: Kaiserin Josephine de Beauharnais, in Martinique geboren (1763 -1814), und Napoleon.

Zum Ende vergessen wir nicht die uneingeschränkte Unterstützung von Jean-Claude Pastel, Unternehmensleiter der Firma "Cartonnages d'Alsace", dem wir unsere herzlichste Dankbarkeit überbringen.

Hoffen wir, dass 2015 seinen Anteil an guten Nachrichten mit sich bringt, damit unser Verein in Richtung der angestrebten Ziele Fortschreitet.

An Sie alle, liebe Mitglieder, liebe Sympathisanten, wünschen der Vorstand und der Präsident Serge Chéri-Zécoté, ein schönes Jahresende im Kreise Ihrer Familie und derjenigen die Sie lieben. Glück, Gesundheit und Wohlstand soll Ihnen auch das Jahr 2015 bringen.

Der Vorstand
Der Präsident Serge Chéri-Zécoté

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Unvergessliche Begegnungen
8. November 2014

Gemeinsame Leidenschaft und Begeisterung für die deutsch-französische Freundschaft:
Präsident Serge Chéri-Zécoté, Frau Dr. Schoeppner, Abgeordneter Le Borgn' (von links nach rechts).
Bild: Gerhard Kesselhut

Die Vorstellung des Buches von Frau Madeleine Klümper-Lefebvre "Rencontres Inoubliables - Unvergessliche Begegnungen" war am 8. November 2014 Anlass zu einer Veranstaltung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Baden-Baden.

Ein zahlreiches Deutsch-Französisches Publikum und viele bedeutende Persönlichkeiten kamen um dieses Werk - eine wahre Hymne zur Völkerverständigung- zu würdigen.

Bei dieser Gelegenheit konnte sich der Präsident der "Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg" Serge Chéri-Zécoté, zusammen mit Frau Doktor Martine Schoeppner, erste Vizepräsidentin der Versammlung der Franzosen im Ausland und konsularische Beraterin für den Bezirk Deutschland, Schweiz, Österreich, Slowakei und Slowenien, mit Herrn Yves Le Borgn', Abgeordneter zuständig für die im Ausland lebenden Franzosen, länger unterhalten. Sie konnten so ihre gemeinsame Leidenschaft und Begeisterung für die deutsch-französische Freundschaft teilen.

Link zu dem vollständigen Veranstaltungsbericht der Deutsch-Französischen Gesellschaft:
www.dfg-baden-baden.de/veranstaltungsberichte/berichte-2014/08112014-buchuebergabe-rencontres-inoubliables.html

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Bei den Amis de la Martinique am 13. Juli 2014
Geschichte im Dialog

(Text : Madeleine Klümper-Lefebvre und Günther Klümper)

Josephine

Ich bin Joséphine, Kaiserin der Franzosen, geboren als Marie-Josèphe Rose de Tascher de la Pagerie, auf Martinique 23.Juni 1763. Die Geschichte meiner Familie kann bis ins frühe XII. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Alle meine Ahnen besaßen viele Ländereien und großen Einfluss. Sie stammten aus der Gegend um Orléans, waren Kreuzfahrer, Ritter, Schildknappen und Berater beim König von Frankreich gewesen. Mein Großvater, Gaspard war 1705 nach Martinique gekommen. Die Insel selbst war 1635 von einem meiner Vorfahren, Pierre Belain d'Esnambuc, im Namen des Königs von Frankreich Ludwig dem XII. in Besitz genommen worden. Mein Vater Joseph Gaspard verbrachte fünf Jahre am französischen Königshof und heiratete dann Rose des Vergers de Sannois, meine Mutter. Sie lebten auf dem Gut, "les Trois Ilets", das meine Mutter geerbt hatte, und das in der Bucht von Fort de France, mitten in den Zuckerplantagen lag. Ich war die erste Tochter meiner Eltern, meine jüngere Schwester Catherine Désirée starb schon mit elf Jahren. Marie Françoise, meine 2. Schwester war die letztgeborene. Obwohl mein Leben auf Martinique so leicht und schön war, hatte ich immer gehofft, eines Tages in Frankreich zu leben. Als der Vicomte François de Beauharnais, der in Fort de France geboren wurde und der meine Schwester Désirée heiraten wollte, Désirée die aber leider so früh an Tuberkulose verstarb, um meine Hand anhielt, sah ich eine Möglichkeit, meinen Traum zu verwirklichen. Wir heirateten 1779 bei Paris. Ich war gerade sechzehn, schon etwas zu alt in seinen Augen! Er war drei Jahre älter als ich. Die große Liebe war es nicht und wir trennten uns auch nach beidseitigem Einverständnis, bald nach der Geburt unserer Tochter Hortense, die zwei Jahre nach ihrem Bruder Eugène 1783 zur Welt gekommen war. Eugène blieb bei seinem Vater, ich fuhr mit meiner Tochter Hortense für zwei Jahre nach Martinique. Obwohl mein Mann ein aktiver Jakobiner war, wurde er während des Terrors verhaftet und guillotiniert. Das hätte auch mein Schicksal sein sollen, wenn zwei Tage vor meiner geplanten Hinrichtung, Robespierre nicht entmachtet worden wäre. Ich war Vicomtesse, wieder frei, und da ich Witwe war, war ich frei im doppelten Sinne des Wortes. Bald nämlich machte ich die Bekanntschaft von Paul Barras, einer der fünf Direktoren, die nach dem Fall des Konvents an die Macht gekommen waren, und dessen Maitresse ich wurde. Für mich und meine Kinder ging es finanziell wieder aufwärts. Barras machte mich eines Tages mit einem bis vor kurzem noch unbekannten Artillerie Offizier bekannt und riet mir, ihn an jenem Abend zu unterhalten. Es geschah wie Barras sich das vorgestellt hatte: Napoleon Bonaparte war von mir sehr angetan. War er nur in die Frau verliebt oder sah er in einer Verbindung mit mir etliche Vorteile? Er stammte aus einer eher unbedeutenden und nicht sehr vermögenden korsischen Patrizerfamilie und wollte Rang und Macht in Frankreich erlangen.

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Napoleon

Jetzt lassen Sie mich einmal zu Wort kommen, meine Liebe! Die Geschichte Ihrer Familie kann bis ins XII. Jh. verfolgt werden sagen Sie, und Ihre Ahnen seien alle reich an Gütern und Einfluss gewesen, sagen Sie, und Sie würden gerne auf meine "unbedeutende" Familie herabschauen!! Nun hör jetzt mal zu, meine liebe Joséphine: Der älteste der Patrizierfamilie, zu der ich gehöre, hieß Gianfaldo und lebte in Sarzane in Ligurien zwischen 1180 und 1200. Meine Ahnen haben seit 1529 in Ajaccio auf Korsika gelebt und ihren Adelstand haben sie 1769 anerkennen lassen. Ich bin ein Nachkomme eines Vize-Königs von Korsika (1421-1434.) Reicht Ihnen das immer noch nicht, um Ihren Blick etwas mehr nach oben zu richten? Nur, ich poche nicht auf meine Genealogie. Diesen Adelstand, den ich mit mir schleppe, ist mir gar nicht wichtig! Und genau wie ich es in der Zeitung "Le Moniteur" am 14. Juli 1805 geschrieben habe, wiederhole ich: Das Haus Bonaparte gibt es : "Seit dem 18. Brumaire!", oder wenn Du willst, meine liebe Rose, seit dem 9. November 1799, das heißt, seitdem ich der Revolution ein Ende gesetzt und mich als erster Konsul , als Alleinherrscher über Frankreich gesetzt habe! Basta!

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Sie haben nicht ganz Unrecht, mein lieber Bonaparte.

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Schau, was ich aus Dir gemacht habe! Ohne mich wärst Du nie zur Ahnherrin mehrerer europäischer Dynastien geworden!

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D'accord!... Ich habe in der Tat nie so recht daran geglaubt, eines Tages noch mehr als eine Königin zu werden, auch wenn es mir geweissagt worden war! Dieser kleine General, dachte ich, schien sich sehr für mich zu interessieren. Vielleicht hatte er es nur auf mein Vermögen abgesehen? Dann würde er wohl seine Illusionen aufgeben müssen! Wenn Paul Barras mit seiner Großzügigkeit nicht gewesen wäre, hätte ich mir ja vieles nicht erlauben können! Oder hatte er, dieser kleine General, auf meine Beziehungen gesetzt, um vorwärts zu kommen? Ich hatte ihn wohl schnell als ein Karrierist erkannt. Sollte ich nun , da Barras sich offensichtlich nicht mehr für mich interessierte, auf eine günstigere Gelegenheit warten - Ich war ja nun schon etwas über 30, obwohl ich mein Alter noch vertuschen konnte und nie mein Geburtsjahr verraten habe - oder sollte ich mich an Napoleon binden? Er war sicher nicht der beste Liebhaber, immer schien er es eilig zu haben, genau wie beim Essen... aber verliebt war er schon. Und wie konnte ich überhaupt wissen, wer mich zu mehr als eine Königin machen würde? Ich hatte nie richtig daran glauben wollen und bemühte mich darüber zu lachen... und doch... könnte diese alte schwarze quimboiseuse, diese Wahrsagerin, diese Euphémie David doch mein Schicksal aus meiner Hand gelesen haben, als ich erst 13 war? Laut Euphémie, sollte ich zweimal heiraten. Aus der ersten Ehe sollten ein Sohn und eine Tochter hervorgehen. So ist es auch gekommen. Ich sollte dann meinen Mann während politischer Unruhen im Königreich Frankreich verlieren. So ist es auch gewesen. Mein zweiter Mann sollte mich zu mehr als einer Königin machen. .. Schließlich glaubte ich doch an die Richtigkeit der Prophezeiung. Die große Frage blieb: Würde Napoleon dieser 2. Mann sein? Ich akzeptierte schließlich den wunderschönen Ring, den er mir zur Verlobung schenkte - Dieser Ring wurde, habe ich gerade erfahren, übrigens kürzlich in einer Auktion für 896.400 € erstanden - und wir heirateten standesamtlich am 9. März 1796, kurz bevor er als Oberbefehlshaber nach Italien zog und dort militärischen Ruhm und politische Macht errang. Er war gerade 26 Jahre alt. Ich war 32. Er schrieb mir von dort feurige Briefe und wollte dass ich ihm nachreise. Ich tat es schließlich, sehr ungern, aber in Begleitung von unter anderem dem Leutnant der Hussaren Hippolyte Charles, dem ich kurz zuvor verfallen war. Hippolyte war 9 Jahre jünger als ich, was ihn nicht zu stören schien. Manche jungen Männer mögen in Sachen Liebe erfahrene Frauen! Das war ja auch bei Napoleon der Fall gewesen!

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Wir waren bald nicht nur das mächtigste Herrscherpaar in Europa, sondern auch das berühmteste Liebespaar. Mein Herz fühlt nie etwas Mittelmäßiges. Du hast grenzenlose Leidenschaft in ihm hervorgerufen! Wie viele feurige Liebesbriefe habe ich Dir damals geschrieben! Mehr als 250 haben Historiker herausgefunden! Das hätte ich selbst nicht gedacht! Ich war sexuell nahezu unerfahren, als ich Dich kennen lernte. Du warst die Frau, die mich in den Künsten der Liebe unterrichtete. Mein erster Liebesbrief hat sich so in mir eingeprägt, dass ich ihn Dir noch auswendig sagen kann. Er war am Morgen nach unserer ersten Liebesnacht geschrieben worden. Hör zu und erinnere dich: "Je me réveille plein de toi. Ton portrait et le souvenir de l'enivrante soirée d'hier n'ont point laissé de repos à mes sens. Douce et incomparable Joséphine... (car c'est ainsi que je voulais dorénavant te nommer), je puise sur vos lèvres une flamme qui me brûle. Tu es l'objet perpétuel de ma pensée..." "Beim Aufwachen bin ich noch ganz von Dir erfüllt. ein Bild und die Erinnerung an den berauschenden gestrigen Abend haben mir keine Ruhe gelassen. Süße und unvergleichliche Joséphine...( so wollte ich Dich hinfort nennen) Es gab keinen Tag, wo ich nicht an Dich gedacht hätte, wo ich dich nicht geliebt hätte, Mitten in meinen Beschäftigungen und Sorgen, an der Spitze meiner Truppen, ist Joséphine allein stets in meinem Herzen und in meinen Gedanken." Du, hast mich aber nicht so geliebt wie ich Dich. Für Dich war es mehr ein " Arrangement". Barras wollte Dich loswerden! Also musstest Du Deine gesellschaftliche Stellung in Ordnung bringen. Er war auch raffiniert genug, mich davon in Unkenntnis zu lassen, dass Deine Familie 1766 während des verheerenden Orkans große Verluste erlitten hatte! Sicher, es stimmt schon, ich habe eine Zeitlang gehofft, Du könntest meiner Familie zu mehr Wohlstand verhelfen! Aber unabhängig davon habe ich Dich über alle Maßen geliebt, Du mich nicht. Der Husar war dir lieber! Die Eifersucht hat mich schier wahnsinnig gemacht! Ich habe Rachegefühle empfunden! Und ich habe mich gerächt! Ich war nun nicht mehr der kleine unbekannte General. Alle Frauen fühlten sich geehrt, wenn der erste Konsul, und dann der Kaiser sie schön fand und sie begehrte. Ich konnte unter den Schönsten der Schönen meine Wahl treffen. Für eine Nacht oder zwei.

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Nur mit Deiner Polin hat es etwas länger gedauert! Oh wie hat mich meine Eifersucht gequält!

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Jetzt warst Du mal an der Reihe! Das geschah Dir recht! Jetzt wusstest Du, wie Eifersucht einen quälen kann! Marie, "meine Polin", wie Du sie nennst, war ein Engel. Ich habe sie am 1. Januar 1806 in Polen bei einem Ball getroffen und habe lange um sie werben müssen. Sie war schön und liebte mich. Sie hatte eine sanfte Stimme und sprach wunderbar Französisch. Ihr Lehrer war der Vater von Frédéric Chopin gewesen. Und schließlich hat sie mir bewiesen, dass ich nicht derjenige war, der die Verantwortung zu tragen hatte, dass Du mir keinen Thronfolger schenken konntest ! Denn sie hat mir einen Sohn geschenkt.

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Aber Napoleon, Sie wissen doch, dass ich alles versucht habe, um wieder Kinder zu bekommen! Wie viele Bäder habe ich nicht besucht, deren Wasser mir Fruchtbarkeit versprachen! Manche Ärzte denken heute, dass ich von dem Schock der damaligen Verhaftung und der Angst vor der Guillotine bleibende Schäden davon getragen habe. Ich habe nun mein Schicksal akzeptiert und habe Deine Entscheidung, lieber Napoleon, Dich von mir scheiden zu lassen verstanden. Du brauchtest einen Thronfolger, um die Herrschaft der Napoleoniden für Generationen zu sichern. Erinnere Dich: Es war am Abend des 15.Dezember des Jahres 1809, im Thronsaal der Tuilerien. Anwesend waren alle Würdenträger des französischen Hofes. Da hast du Deine persönliche Entscheidung verkündet, die ein politischer Schachzug war: Die Auflösung unserer Ehe, die 13 Jahre gedauert hat. Ich war damals 32, Du 26 ... Auf der Heiratsurkunde war ich etwas jünger und Du älter! Ich lache jetzt noch darüber!

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Ja, dieser 15.Dezember 1809! Joséphine, mein Herz blutet immer noch , wenn ich an diesen Abend denke. Und die Worte, die ich damals sprechen musste, brennen noch auf meinen Lippen, wenn ich sie ausspreche: Gott weiß, dass mir diese Entscheidung schwer gefallen ist. Ich habe nur den Mut dazu gefunden , weil ich überzeugt war, dass sie den besten Interessen Frankreichs diente. Ich weiß noch, wie ich den Tränen nahe war, als ich erklärte: " Ich kann nur meinen Dank ausdrücken für die Hingabe und Zärtlichkeit meiner innigst geliebten Frau. Sie hat 13 Jahre meines Lebens verschönt; die Erinnerung daran werde ich für immer in meinem Herzen bewahren". Du warst in einem schlichten weißen Kleid erschienen, ohne Schmuck nur mit einem weißen Band im Haar. Die Erregung hinderte dich daran, die dir aufgesetzte Erklärung nach den ersten Worten weiter zu verlesen. Staatssekretär Regnaud de St Jean d'Angély fuhr fort:" Jeglicher Hoffnung auf Kinder beraubt,... erbringe ich ihm den größten Beweis der Zuneigung und Ergebenheit, der je auf Erden erbracht wurde."

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Ja, Napoleon, ich war am Ende. meine Unterschrift war dann auch nur ein Gekritzel. Ich glaube in den Augen aller Zuschauer standen Tränen. Unsere Ehe, die 1796 geschlossen worden war, war dem Wohle Frankreichs hinderlich geworden. Ich zerbrach mir nicht den Kopf über die Rechtmäßigkeit, über die zivil- wie kirchenrechtliche Problematik meiner Scheidung. Ich verließ am nächsten Tag die Tuilerien und kam unter strömendem Regen in Malmaison an. Ich musste nun versuchen, mein Gleichgewicht wieder zu finden und schaffte es auch, begleitet von meinen Kindern Eugène und Hortense, Deiner Einladung zum Weihnachtsessen im Großen Trianon folge zu leisten. Es fiel mir nicht schwer, auf den Herrschertitel "Kaiserin der Franzosen" zu verzichten. Auf Deine Liebe verzichten zu müssen, das war schwer. Doch war ich immer noch die " Impératrice Joséphine" und als solche hat mir der Zar Alexander I. von Russland seine Aufwartung im April 1814 gemacht. Du hattest bereits abgedankt und befandst Dich auf der Insel Elba, Herrscher über einen Staat mit 10.000 Einwohnern und einer Armee von 1.000 Mann. Ich hätte Dich bestimmt dort besucht, wenn meine Gesundheit es erlaubt hätte. Dann hätte ich vielleicht die Bekanntschaft von Maria Walewska und von Eurem Sohn Alexander Florian Colonna-Walewski gemacht, dem späteren Außenminister in der Regierung seines Vetters Napoleon III. meinem Enkel, dem Sohn meiner Tochter Hortense und Deinem Bruder Louis. Nur durch diese eitrige Angina , die mir das Leben kosten sollte, ging nun alles schief.

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Ich erfuhr sehr schnell von Deinem Tod. Schließlich hatte ich ein Netz von Agenten, die mich tagtäglich über die Lage in Frankreich informierten. Diese Nachricht hat mich tief erschüttert. Ich hatte gerade noch an den 2. Dezember 1804 in Notre-Dame gedacht, an unsere triumphale Krönung. Ein Wermutstropfen hatte es wohl damals, kurz vor den Feierlichkeiten für mich gegeben: Du hattest dem Heiligen Vater gebeichtet, dass wir nicht kirchlich verheiratet waren. Er war selbstverständlich einverstanden, das gleich nachzuholen, konnte er mir doch dadurch beweisen, dass es noch Bereiche gab, in dem die geistliche über die weltliche Gewalt dominierte. Nun, nach dieser geheimen kirchlichen Trauung warst Du in etwa beruhigt und dachtest, eine eventuelle Scheidung nicht mehr befürchten zu müssen. Arme Joséphine!

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Du hattest so oft mit einer Scheidung gedroht! Schon als Du aus Ägypten zurück kamst und dann bei jeder Ausgabe, die ich machte!

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"Jeder Ausgabe"! Es waren Unsummen, die Du ausgabst! Du machtest ungeheure Schulden, die ich tilgen musste! Wie konnte ich das Frankreich gegenüber verantworten? Ich bin zur Sparsamkeit erzogen worden und Dein extravaganter Lebensstil war es, der mich eigentlich empört hat! Und dann Deine Betrügereien! Denk daran, meine Liebe, wie ich damals leiden musste, als ich im heißen ägyptischen Sand von Ouardan erfuhr, dass ganz Frankreich von Deinem Lebenswandel, von deiner Untreue wusste! Da brach für mich die Welt zusammen! Das war am 19. Juli 1798. Oh! Dieser schwarze Tag! Und doch war ich immer noch verliebt, regelrecht verrückt auf Dich und konnte die "Ausflüge in den kleinen dunklen Wald nicht vergessen... Ich küsste ihn immer noch im Traum!"

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Nun ist jetzt alles vorbei. Uns zwei gibt es nicht mehr. Und doch leben wir noch in den Geschichtsbüchern, im Internet weiter... In Paris, im Musée du Luxembourg, war vom 12.März bis zum 29.Juni dieses Jahres eine Ausstellung mir zu Ehren zur Erinnerung an meinen Todestag vor zweihundert Jahren. Persönliche Erinnerungsstücke und Kunstwerke aus meinen Sammlungen haben die Besucher begeistert. Diese haben bei der Gelegenheit entdeckt, welchen Einfluss ich auf die Entwicklung der Kunst und der Mode während der Konsulats- und Kaiserzeit ausgeübt habe. Sie haben sehen können, dass ich schon eine moderne Frau war, die sich für Reisen, Musik, Kunst, Mode und Gärten begeisterte. Dieses offensichtliche Interesse war Balsam für meine Seele nach den Nachrichten, die ich vor einiger Zeit von meiner Heimatinsel erhalten hatte: Man hatte 1994 die auf Initiative meines Enkels, Napoleon III, 1859 zu meinem Ehren errichtete Statue, enthauptet. Ich war die bespottete "Femme sans tête", die kopflose Frau geworden. Zu Unrecht wurde ich von manchen Insulanern bezichtigt, Dich bei der Wiedereinführung der Sklaverei in den Kolonien durch das Gesetz vom 20. Mai 1802 beeinflusst zu haben. Davon abgesehen , dass Du immer betont hast, dass Frauen keine Rolle in der Politik spielen sollten, haben meine Landsleute übersehen, dass die Insel 1794, als die Convention die Sklaverei abschaffte, zum 2. Mal unter englischer Verwaltung stand und das französische Dekret dort nicht galt! Die kleine Statue hat wohl wieder einen Kopf bekommen und steht wieder in Fort de France in der Nähe der Mail de la Liberté, an dem Platz, den Aimé Césaire für sie ausgesucht hatte; die Erinnerung an dieses Attentat schmerzt aber immer noch! Heute haben uns die "Freunde der Martinique" und die "Deutsch-französische Gesellschaft Baden-Baden", die wieder gemeinsam den französischen Nationalfeiertag begehen, eingeladen und wir haben ihnen vieles über uns erzählt.

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Es hat mich so gefreut, Dich wieder zu treffen meine liebe, meine unvergleichliche Rose, meine teure unvergleichliche Joséphine, meine ewige Freundin...

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Madeleine Klümper-Lefebvre und Günther Klümper im Juli 2014

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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg und die Deutsch-Französische Gesellschaft Baden-Baden haben die Freude Sie zur Pflanzung eines Mahagoni-Baums in der berühmten Lichtentaler-Allee in Baden-Baden in Erinnerung an Aimé Césaire, Dichter, Schriftsteller und Politiker aus Martinique (1913-2008)

am Donnerstag dem 17. April 2014

einzuladen. Termin 11:00 Uhr in der Nähe der Tennisplätze.

Anschließend wird um 11h30 im Hotel Atlantic (gegenüber Theater) ein Aperitif serviert, während dem Herr Dr. Heinrich Niederer, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Leben und Werk Aimé Césaires vortragen wird.

Eine Beteiligung von € 10,- pro Person, auf das Konto des Vereins vor dem 10.04.2014 zu überweisen, ist erwünscht. Überweisung gilt Reservierung.

Herzliche Grüße

Der Vorsitzende Serge Chéri-Zécoté

(Stadtsparkasse Baden-Baden -BLZ 662 500 30 - Kto.-Nr: 50101773 - BIC SOLADES1BAD - IBAN DE03662500300050101773).

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Mitteilungen (2013)

Bericht Deutsch-Französische Gesellschaft Baden-Baden - 12.07.2013 - www.dfg-baden-baden.de

Auch Baden-Baden denkt an Aimé Césaire

Bericht: Dr. Heinrich Niederer

Vor hundert Jahren ist Aimé Césaire in einem kleinen Städtchen auf Martinique geboren worden. Dies war für Frankreichs Staatspräsident Hollande Anlass seiner im Pantheon in Paris zu gedenken und sein Ministerpräsident flog eigens nach Martinique, um den dort wie Mandela Verehrten zu würdigen.

Hierzulande ist der Dichter, Politiker und Lehrer fast gänzlich unbekannt. Aus diesem Grund haben die "Vereinigung der Freunde Martiniques" und die Deutsch-Französische Gesellschaft Baden-Baden unter freundlicher Mitwirkung der Stadtbibliothek dorthin zu einem Vortrag eingeladen, in welchem Madeleine Klümper-Lefebvre Aimé Césaire vor allem durch klug ausgewählte Zitate lebendig werden ließ.

Dieser aus einer bildungsbürgerlichen Familie entstammende Junge genoss in Martinique eine klassische französische Schulbildung. Wegen seines ausgezeichneten Abiturs erhielt er die Möglichkeit, in Paris zu studieren. Seine erste Begegnung mit der Stadt an der Seine war für ihn ein Kulturschock: er wurde sich seiner Hautfarbe und seiner kolonialen Herkunft bewußt. Rasch lernte er andere Studenten kennen, die wie seine eigene Großmutter aus Afrika stammten und ein scharfes Bewusstsein ihres Erbes als Nachfahren von Sklaven entwickelten. Mit einem glänzenden Lehrerdiplom in der Tasche und mit aufwühlenden Gedanken und Selbstzweifeln im Kopf kehrte er nach Martinique zurück, um in seinem ehemaligen Lycée nun selbst als Lehrer zu unterrichten.

Diese Rückkehr war für ihn ein erneuter Kulturschock, der ihm deutlich machte, dass er vielleicht als Politiker die Möglichkeit hätte, seinen insularen Landsleuten aus ihrer Misere zu helfen. Césaire wurde für Jahrzehnte Bürgermeister der Hauptstadt der Insel und ebenso viele Jahrzehnte Député in der Assemblée National in Paris. Zwischen beiden Welten pendelnd war er maßgeblich daran beteiligt, dass Martinique ein echtes französisches Departement wurde, in dem heutzutage genauso wie bei uns mit dem Euro bezahlt wird. Als Maire hat er unendlich viel zur konkreten Verbesserung der Lebensumstände auf der Insel getan.

Sein eigentliches Bemühen aber galt der Entwicklung eines eigenständigen Selbstbewusstseins der Menschen, die durch Sklaverei und Kolonialisierung ihre Weltorientierung verloren hatten. Dazu sollten vor allem seine Gedichte und seine Theaterstücke beitragen.

Der Präsident der "Vereinigung der Freunde Martiniques", M. Chéri-Zécoté bedankte sich von ganzem Herzen bei der Referentin für ihre Würdigung seines großen Landsmannes und formulierte einen "Traum", der Baden-Baden als "französischte Stadt Deutschlands" wohl zu Gesicht stünde: eine Statue von Aimé Césaire zum Gedenken an einen Mann, der in seinem langen Leben unermüdlich für die Unterdrückten dieser Welt gekämpft hat.

Link zum Originalartikel: www.dfg-baden-baden.de/veranstaltungsberichte/berichte-2013/12072013-vortrag-aime-cesaire.html

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Gedenktafel

Liebe Freunde, liebe Mitglieder, liebe Sympathisanten,

Auf Initiative Vorstandes und des Vorsitzenden Serge Chéri-Zécoté beabsichtigt de Verein „Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg“, eine Gedenktafel in Baden-Baden in Erinnerung an den Dichter, Essayist und Politiker aus Martinique Aimé Césaire zu errichten. Nach Kontakten mit dem Gartenamt könnte diese Bronzeplatte mit Reliefportrait Aimé Césaires, im Hintergrund der Vulkan „Montagne Pelée“, ihren Platz im einem der Gärten der Stadt Baden-Baden finden.

Diese Aktion muss zum Teil durch Spenden finanziert werden. Wir sprechen daher die Großzügigkeit der Mitglieder und Unterstützer an, um uns zu helfen, diese kulturelle Aktion durchzusetzen. In der Tat wird jede Spende, so klein sie auch sein mag, willkommen sein.

Für die Einweihung wird Madeleine Klümper-Lefebvre vom deutsch-französischen Verein, die wir schon jetzt herzlich bedanken, Patin sein.

Die Namen der Großzügigen Spender werden auf unserer Internetseite www.martinique-bw.de veröffentlicht, insofern diese damit einverstanden sind,

Bankverbindung: Stadtsparkasse Baden-Baden - BLZ 662 500 30 - Kto.-Nr: 50101773

Mit meinen herzlichsten Grüßen

Der Vorsitzende

Serge Chéri-Zécoté

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Hommage an Aimé Césaire

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg hat die Freude Sie zu der Veranstaltung „Hommage an Aimé Césaire“, anlässlich seines 100. Geburtstags, am Freitag dem 12. Juli 2013 um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek von Baden-Baden, Luisenstrasse 34, einzuladen.

Referenten: Madeleine Klümper-Lefèbvre (auf Französisch) und Günther F. Klümper (auf Deutsch)

Zum Programm:

Madeleine
Klümper Lefebvre
Günther F. Klümper

Aimé Césaire wurde am 25.6.1913 auf der Karibikinsel Martinique geboren, wo er am 17.April 2008 starb. Nach dem Besuch des Gymnasiums erhielt er ein französisches Stipendium, das ihm, der aus einer Kleinbeamtenfamilie stammte, erlaubte, von 1932-1939 in Paris zu studieren, wo er zusammen mit dem späteren Präsidenten des Senegal, Léopold Sédar Senghor das Konzept der Négritude entwickelte und die Kulturzeitschriften L’Etudiant Noir und Tropiques herausgab. Als Bürgermeister von Fort-de-France und als Abgeordneter von Martinique wurde er als Mitglied des sozialistischen Flügels in die französische Nationalversammlung gewählt.

Césaire hat ein umfangreiches literarisches Werk geschaffen: Lyrik, Essays, Theaterstücke.

Madeleine Klümper-Lefebvre und Günther F.Klümper haben sich eingehend damit beschäftigt und werden anlässlich seines 100sten Geburtstages versuchen, einem interessierten Publikum einen Zugang zu des Dichters Werk, das aufgrund seiner gehobenen, bilderreichen, oft verschlüsselten Sprache zunächst schwer zugänglich erscheint, zu eröffnen.

Nach einer kurzen Einführung auf Deutsch wird Madeleine Klümper-Lefebvre auf Französisch referieren und eine Auswahl aus Césaires Texten zu Gehör bringen

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Einladung

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Der Verein Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg hat die Freude Sie zu dem Festessen, anlässlich seines 10jähriges Bestehen (2003-2013)

am Freitag dem 12. Juli 2013 um 12 Uhr

im Hotel Rebenhof in Neuweier, Weinstraße 58, einzuladen.

Programm:

Empfang der Gäste
Begrüßungswort des Präsidenten und Gründer Serge Chéri-Zécoté
Rückblick

Menüvorschlag

1) Begrüßungsdrink
2) Amuse gueule
3) Sommerliche Blattsalate
4) Kalbssteak "Florentine" auf Blattspinat und Spätzle
    oder:
    Rinderrücken mit grünem Pfeffer, Gemüse und Pommes Frites
    oder:
    Gebratener Lachs mit Rieslingsauce, Gemüse und Nudeln
5) Dreierlei Sorbet mit Früchten
    oder:
    Panna Cotta mit Beerenragout und Himbeersorbet

Preis= 26.50€ Glas Sekt inklusiv

Bitte überweisen Sie den Betrag bis spätestens zum 1. Juli auf das Konto des Vereins. Überweisung gilt Reservierung.
(Stadtsparkasse Baden-Baden -BLZ 662 500 30 - Kto.-Nr: 50101773 - BIC SOLADES1BAD - IBAN DE03662500300050101773).

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Mitteilungen (2012)

Protokoll

MITGLIEDERVERSAMMLUNG 2012

Datum: 2. November 2012
Ort: Residenz Bären, 76534 Baden-Baden Lichtental

Der Vorsitzende Serge Chéri-Zécoté eröffnete um 18.00 Uhr die Mitgliederversammlung, begrüßte die Erschienenen und stellte fest, dass die Versammlung satzungsgemäß einberufen und beschlussfähig ist. Er gab die Entschuldigungen folgender Mitglieder bekannt: Astrid Sperling-Theis, Willy Rollé, Frédéric Lelasseur, Charles Babillotte, Anouk Chéri-Zécoté. Hierauf gab er die im Einladungsschreiben mitgeteilte Tagungsordnung bekannt:

1 - Totenehrung
2 - Jahresbericht
3 - Kassenbericht
4 - Entlastung des geschäftsführenden Vorstandes
5 - Neuwahl des Vorstandes
6 - Satzungsänderung
7 - Veranstaltungen 2013
8 - Verschiedenes

Zu Punkt 1:
Eine Schweigeminute wurde zur Erinnerung der verstorbenen Mitglieder gehalten.

Zu Punkt 2 :
Der Vorsitzende berichtete über die Aufnahme neuer Mitglieder und die im Jahr 2012 gehaltenen Veranstaltungen: Neujahrsfeier zusammen mit der Turgenevgesellschaft, Vorstellung des Vereins bei der Maison de la Martinique in Paris, Feier zum französischen Nationalfeiertag mit dem Thema Léon Gontran-Damas, und die gegenwärtige Mitgliederveranstaltung.

Zu Punkt 3:
Die Konten wurden den Mitgliedern ordnungsgemäß vorgelegt und berichtet.

Zu Punkt 4:
Der geschäftsführende Vorstand wurde einstimmig entlastet.

Zu Punkt 5:
Der bestehende Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt:
Vorsitzender: Serge Chéri-Zécoté
Stellvertreter: Antoine Ruck
Schriftführer: Charles Babillotte
Schatzmeister: Anouk Chéri-Zécoté
Kassenprüfer: Jürgen Krust
Beisitzer: Christiane Ruck, Roswitha Ganter, Georges Ganter, Astrid Sperling Theis

Zu Punkt 6:
Der §2 der Vereinssatzung wurde einstimmig wie folgt geändert:
"Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar humanistische Zwecke. Er fördert die Verbindung zwischen den Menschen von Martinique und der Karibik einerseits und Baden-Württemberg andererseits und zwar im kulturellen, sportlichen und künstlerischen Bereich. Darüber hinaus unterstützt er Studenten aus Martinique und der Karibik."

Zu Punkt 7:
2013 begeht der Verein sein Zehnjähriges Bestehen. 2013 ist auch in Martinique als "Aimé Césaire-Jahr" erklärt in Ehren des 100. Geburtstags des Dichters. In diesen beiden Zusammenhängen wird der Verein am 12. Juli mit der Beteiligung der Bibliothekgesellschaft und der Deutsch-Französischen Gesellschaft eine Hommage an den Martiniquesischen Poet begehen. Der französische Nationalfeiertag wird zusammen mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft im Kasino-Restaurant am Abend des 14.Juli gebührend gefeiert.

Zu Punkt 8:
Die Gedanken gingen an die Bevölkerung von Haiti, die wiederum durch den Orkan Sandy schwer getroffen wurden. Hungersnot ist zu befürchten. Spenden können auf das Konto des Vereins eingehen (Stadtsparkasse Baden-Baden -BLZ 662 500 30 - Kto.-Nr: 50101773 - BIC SOLADES1BAD - IBAN DE03662500300050101773).

In diesem Sinne wurde die Mitgliederversammlung um 19 Uhr 30 geschlossen.

Der Vorsitzende Serge Chéri Zécoté

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Vorstellung bei der "Maison de la Martinique" in Paris am 18. Januar 2012.

Der Verein der "Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg" ist von der "Maison de la Martinique" in Paris am 18. Januar 2012 empfangen worden. Der stellvertretende Vorsitzende Antoine Ruck führte ein langes und herzliches Gespräch mit Frau Sandrine Crusoe. Frau Crusoe ist insbesondere vom Präsident des Regionalrats und Abgeordneter Serge Letchimy beauftragt, mit den Vereinen in Frankreich und Europa zu arbeiten.

Allem voraus hat Frau Crusoe die Gratulation von Herrn Letchimy für die Aktion unseres Vereins und dessen Vorsitzenden übermittelt.

Sandrine Crusoe empfängt Antoine Ruck
in der "Maison de la Martinique" in Paris

Nach einer detaillierten Vorstellung durch Antoine Ruck des Status, der Aktionen und den Zielsetzungen des Vereins, sowie der Erwähnung des Feierlichkeiten anlässlich des 10. Jahrestages seiner Gründung im Jahre 2013, hat die "Maison de la Martinique" mehrere Möglichkeiten der Zusammenarbeit zugunsten der Förderung von Martinique vorgeschlagen.

Zunächst werden dem Verein Touristikbroschüren und Poster zugesandt, die bei den nächsten Veranstaltungen den Gästen ausgeteilt oder vorgestellt werden können.

Danach wird sich die "Maison" aktiv am 10. Geburtstag im Jahre 2013 in Baden-Baden beteiligen. 2013 ist ebenfalls "Aimé-Césaire-Jahr" zur Ehre seines 100. Geburtstag.

Schließlich sieht die "Maison de la Martinique" die Möglichkeit für den Verein, "Botschafter" von Martinique zu werden. Dieser Status würde eine gegenseitige Verpflichtung implizieren, indem der Verein sich an der aktiven Förderung des Tourismus von Martinique beteiligen würde. Als Gegenleistung könnte der Verein mit einer Finanziellen oder Gegenständlichen Unterstützung rechnen.

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Mitteilungen (2011)

im Dezember 2011

Liebe Freunde, Liebe Sympathisanten,

Der Verein „Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg“ wünscht Ihnen zum Jahresende sehr schöne Feiertage und ein glückliches neues Jahr 2012.

Möge dieses Jahr Ihnen und Ihren Liebsten, Freude, Gesundheit und Erfolg bringen.

Auch möchten wir diese Gelegenheit nutzen um Ihnen eine Übersicht unserer Tätigkeiten für das kommende Jahr zukommen zu lassen:

Der Vereinspräsident Serge Chéri-Zécoté und die Vereinsmitglieder laden Sie herzlich zu diesen Veranstaltungen ein.

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Einladung : Lyrik aus Übersee

Im Rahmen der Interkulturellen Woche von Baden-Baden, lädt Sie der Verein der Freunde der Martinique und Karibik in BW e.v. zu einem Kulturabend mit dem Thema "Lyrik aus Übersee" ein.

Serge Chéri-Zécoté, Vorsitzender und Gründer des Vereins, führt Sie durch den Abend.

Von Édouart Glissant wird "La Terre Magnétique"(das magnetische Land) und von Aimé Césaire "Poignards du Soleil" (Sonnendolche) von Madeleine Klümper-Lefèbvre und Günther Klümper Mitglieder des Deutsch-französischen Clubs und Sympathisanten der „Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg, vorgestellt.

Datum: 29.9.2011 von 14:30 bis 18:00 Uhr
Ort: RESIDENZ BÄREN /LICHTENTAL - Haupstrasse 36 (Tel: 07221-979-0) - 76534 Baden-Baden

Zweisprachige Vorträge - EINTRITT FREI

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Konferenz "FRANTZ FANON" - 14.Juli 2011

Bernd Theis

Fanon wurde am 20.Juli 1925 in Fort-de-France (Martinique) geboren, er starb am 06. Dezember 1961 in Bethesda [Maryland] in der Nähe von Washington D.C.): er wirkte als Schriftsteller, Politiker und Psychiater. Als Vordenker der "Entkolonialisierung" ("décolonialisation") setzt er neue Mosaiksteine ein in die Debatten über "négritude", "créolité" und über den Kampf um die Würde und Freiheit des "nicht-weißen Menschen".

Ich beginne mein Referat zu Frantz Fanon mit einer Pressemeldung:

Bernd Theis stellt das Leben
und Wirken Frantz Fanons vor

"Am 4. April diesen Jahres [2011] starb in Dschenin (im Norden des Westjordanlandes) der Schauspieler Juliano Mer Khamis im Alter von 53 Jahren bei einem Anschlag durch Fanatiker."

Was diese Nachricht mit Fanon verbindet, erkläre ich Ihnen am Ende des Vortrags.

Seit März 1946 war Martinique keine Kolonie mehr, sondern ein "Département d´outre-mer" - aber die weißen Siedler betrachteten (und behandelten) die dunkelhäutigen Martiniquais immer noch als Bürger zweiter Klasse.

Vater Casimir Fanon, immerhin beamteter Zollinspektor, beging jeden Nationalfeiertag innerhalb der Familie (Frau Eléonore und 6 Kinder)mit dem Hinweis darauf, dass der revolutionäre Dreiklang "liberté, egalité, fraternité" zwar 1848 auf Betreiben des Senators Victor Schoelcher auch für die befreiten Sklaven gelten sollte, ihnen aber nicht die ersehnte Freiheit und Gleichstellung gebracht hatte.

Schon mit 10 Jahren, so schreibt Frantz Fanon später, habe er auf seinem Schulweg zum Lycée Schoelcher (wo er übrigens von Aimé Césaire unterrichtet wurde) immer das Denkmal Schoelchers gesehen und sich gewundert, dass es keine Gedenkstätten gab, mit denen an die verschiedenen, allerdings erfolglosen, Aufstände schwarzer Idealisten hätte erinnert werden können, welche ja ebenfalls für die Abschaffung der Sklaverei gekämpft hatten.

Fanon erinnert sich:

"Damals habe ich zum ersten Mal verstanden, dass man mir einen verfälschten Lauf der Geschichte beigebracht hatte."

Ich nenne jetzt einige Daten zu Fanons Leben, um dann auf seinen Begriff der "Entkolonialisierung" näher einzugehen.

Frantz Fanon :
Autor, Politiker und Psychiater

Mit 17 Jahren meldet er sich 1942 freiwillig zum Militärdienst im Zweiten Weltkrieg, wo er erlebte, dass schwarze Soldaten als Menschen zweiter Klasse behandelt wurden.

Nach Ende des Krieges holt er auf Martinique seinen Schulabschluss nach und studiert Medizin und Philosophie in Lyon.

Er heiratet eine "weiße" Französin und wird 1953 zum Leiter der Psychiatrie der Klinik von Blida-Joinville in Algerien berufen.

1956 legt er aus politischen Gründen seine Arbeit nieder und arbeitet für die Nationale Befreiungsfront und versieht zeitweise den Dienst als Botschafter der algerischen Regierung in Accra (Ghana). Als FLN-Anhänger werden einige seiner Schriften verboten und im Untergrund vertrieben.

1952 war sein erstes großes Buch "Schwarze Haut, weiße Masken" erschienen. Darin führt er aus, dass eine "schwarze Person" eine "weiße Maske" tragen müsse, um in einer kolonialisierten Welt ernst genommen zu werden.

Ich zitiere:

"Der schwarze Mensch erscheint in der Perspektive des Weißen als minderwertig, aber umgekehrt ist der Weiße mit seinen `Errungenschaften´ Zivilisation, Kultur, Intellekt, nachahmenswert."

Fanon wendet sich gegen das Ideal der "négritude", wie es von seinem Lehrer Aimé Césaire propagiert wurde und lehnt diese Bewegung mit folgenden Worten ab:

"Meine eigentlichen Ziele dürfen keinesfalls von der Vergangenheit der farbigen Völker bestimmt werden, und ich werde mich auch keinesfalls mit der Wiederbelebung einer zu Unrecht nicht beachteten Kultur des Negers befassen."

Fanon postuliert stattdessen den Begriff der "Entkolonialisierung".

Ich versuche, das auf einen einfachen Punkt zu bringen:

Es geht hier um den Versuch, den Traum, die Utopie, die von vielen Denkern auf verschiedenen Ebenen vorgetragen wurde: von der Gleichheit aller Menschen, welcher Farbe sie auch angehören, es geht um gegenseitige Anerkennung, es geht um das, woran wir ja heute, am französischen Nationalfeiertag, ebenfalls denken: um die persönliche Freiheit, um die Brüderlichkeit, um das friedliche Leben miteinander.

Dass dies der große Traum der französischen Revolution war, dass der darin verborgene Begriff der Toleranz auftaucht, scheint mir wichtig, wenn ich bedenke, dass uns, den "Freunden von Martinique und der Karibik", eine Gesellschaft ihre Räume zur Verfügung stellt, die sich genau diese Prinzipien ebenfalls auf die Fahne geschrieben hat: die Loge BzF innerhalb der Weltfreimaurerei.

Ich komme auf den Anfang meines Referats zurück, auf die Pressemeldung [bearbeitete Quelle: "Die Zeit" vom14.April 2011] vom Tod eines Schauspielers in Dschenin:

Juliano Mer Khamis war nicht nur Schauspieler und Regisseur. Er war auch ein Freiheitskämpfer. Als "ehemaliger israelischer Elitesoldat" ging er ins Westjordanland, um in den 90er Jahren mit jungen Leuten Theaterstücke im Team zu erarbeiten und aufzuführen. Diese jungen Leute wurden "während der zweiten Intifada [2002] zu Drahtziehern" der sich selbst ernannten palästinensischen Freiheitskämpfer.

Er filmte, wie "aus bunt verkleidete[n] Kindern Selbstmordattentäter" wurden.

Er sagte immer wieder, dass es nicht darum gehen könne, als Ziel eine "negative" Freiheit anzustreben, d.h. eine "Freiheit von Israel", sondern: "die dritte Intifada […] müsse eine kulturelle werden."

"Deshalb baute er das Theater in Dschenin wieder auf und nannte es` Freedom Theatre´: ein Theater, "das sich gegen die israelische Okkupation wehrt, aber mit Bildung und Witz den Kreislauf der Gewalt unterlaufen will."

Ich zitiere weiter direkt aus der "Zeit":

"Der Jude Mer Khamis kämpfte für Palästina, indem er für die Jugend stritt. Für seine Jungs, die sich noch mit 14 in die Hose machten, weil sie ihr Kriegstrauma nicht verarbeiten konnten. Für seine Mädchen, deren Väter nicht mehr mit ihnen sprachen und deren Mütter tagelang weinten, weil sie auf einer Bühne auftreten wollten. Fünf Jahre war er ihr Ersatzvater, ihr Vordenker, ihr Antreiber."

Der 25jährige Mustafa Staiti, "einer seiner Ziehsöhne", sagt: "Jetzt ist es unsere Pflicht, sein Werk fortzuführen."

Und setzt hinzu: Khamis "Kampf, für Freiheit mit Alice im Wunderland und nicht mit der Kalaschnikow zu streiten, geht weiter."

Dies alles wäre ganz im Sinne der "Entkolonialisierungs"-Idee eines Frantz Fanon.

Und noch etwas für uns Europäer: in den Migrationsvorgängen finden wir ebenfalls schon Menschen, die selbstbewusst an dem teilhaben wollen, was man die europäische Moderne nennt - und sich dabei aus ihrem je eigenen kulturellen Lebenskontext nicht völlig lösen wollen bzw. können.

Hoffen wir darauf, dass diese Menschen, egal aus welcher Himmels- und Glaubensrichtung sie kommen, den Spagat schaffen zwischen ihren Überzeugungen und dem, was sie an "Modernem" kennen lernen. Das fordert aber auch gleichermaßen die Menschen in den Gastländern ein.

Es kann da natürlich nicht sein, dass man im anmaßendem Ton der Überheblichkeit von "Leitkulturen" spricht und geschichtsvergessen darauf besteht, dass der Islam "niemals" zur europäischen Kultur gehört habe - ich erinnere an das spanische Mittelalter, wo es z.B. die arabischen Gelehrten unternahmen, die bis dahin verschollenen oder vergessenen philosophischen Schriften der Griechen zu übersetzen und herauszugeben - genau jene Schriften, die wir hier in Europa bis heute wie selbstverständlich (zusammen mit dem christlichen und jüdischen Erbe) in den Wertekanon unseres europäischen Selbstverständnisses aufgenommen haben.

Man muss schon den Mut dazu aufbringen, im Sinne der Fanon´schen "Entkolonialisierung" so offen und weit zu denken. Es gibt dabei keine Patenrezepte, sondern nur den Mut des Wollens.

Schluss:

Ich darf nicht verhehlen, dass Frantz Fanon in seinem Leben manchmal sehr wohl auch von konkreter Revolution geträumt und auch geschrieben hat. Was aber bleibt, ist die vorhin skizzierte Idee der Entkolonialisierung mit ihrem humanen Aspekt: es geht damals bei Fanon und sehr viel später bei dem in Palästina wirkenden Israeli Khamis nicht um eine rückwärts gewandte Wiederbelebung einer vorkolonialistischen Kultur, sondern um eine selbstbewusste Teilhabe an dem Versuch, eine völkerverbindende Lösung zu suchen und zu verwirklichen.

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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

Traditionsgemäß begeht der "Verein der Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg" den französischen Nationalfeiertag mit einem Kulturprogramm, das am 14. Juli in diesem Jahr wie folgt aussieht:

Ab 14:30 zeigt die Künstlerin Philine Kempf einen Film, der den Hintergrund ihrer Arbeiten zum Inhalt hat. Die anschließende Ausstellung zeigt "tragbare Kunst", Malerei und verschiedene andere Arbeiten. Dazu sagt die Künstlerin: "So kommt Bewegung in den Raum und die Gespräche untereinander und miteinander gestalten sich einfacher und zwanglos."

Diese Veranstaltung findet in den Räumen der Loge "Badenia zum Fortschritt", Vincenti-Straße 8 (gegenüber dem Gymnasium Hohenbaden) statt. Der Eintritt ist frei.

Ab 18:00 befasst sich Bernd Theis in einem Kurzreferat mit der Person des Psychiaters, Politikers und Schriftstellers Frantz Fanon, einem wichtigen Vordenker der Entkolonisierung.

Schüler des Orchesters Hohenbaden untermalen diesen Empfang musikalisch. Zugunsten der Gymnasiumskasse wird ein Betrag von 3 € erhoben.

Ab 19:15 servieren wir - wieder in den Räumen der "Badenia"- ein kaltes Buffet, wobei Charles Babillotte (Sekretär des Vereins und Sommelier) zur Begrüßung einen kleinen Punsch zubereitet. Außerdem werden Ihnen zum Essen einige sehr gute, von Monsieur Babillotte ausgesuchte Weine kredenzt. Für das Essen und die Getränke wird ein Betrag von 17€ erhoben. Beitrag bitte auf unser Konto überweisen.

Der Vereinspräsident Serge Chéri-Zécoté und die Vereinsmitglieder laden Sie herzlich zu diesen Veranstaltungen ein.

EMail martinique.bw@gmx.net - Internet www.martinique-bw.de

Bankverbindung: Stadtsparkasse Baden-Baden -BLZ 662 500 30 - Kto.-Nr: 50101773

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Mitteilungen (2010)

im Dezember 2010

Liebe Mitglieder, liebe Freunde, liebe Sympathisanten,

Anlässlich der Feste des Jahresendes 2010 und jene des kommenden Jahres 2011 erlauben Sie mir, in meinem persönlichen Namen und im Namen des Vorstandes, die besten und aufrichtigsten Wünsche and Sie und all jene zu richten, die Ihnen nah und teuer sind: Gesundheit und Wohlstand sowie Erfolge in all Ihren Unternehmen.

Der Verein der Freunde von Martinique und der Karibik im Baden-Württemberg setzt seine Aktion fort, um die Ziele zu erreichen, die er sich festgelegt hat. Positive Ergebnisse sind insbesondere durch das Engagement einer unserer Freundinnen und Mitglied erzielt worden, die sich sehr viel Mühe gibt um die Aufnahme von Studenten aus Überseegebieten in einem Bildungsinstitut auf dem Kontinent zu begünstigen. Sie wünscht nicht zitiert zu werden, wird sich aber erkennen. Wir übermitteln ihr also besonderen Lob und Dankbarkeit.

Bis bald. Fröhliche Feste und ein gutes herzliches neues Jahr.

Serge Chéri-Zécoté

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Liebe Mitglieder, Freunde und Sympathisanten,

Der Verein Freunde von Martinique und der Karibik im Baden-Württemberg.e.V. antwortet auf den Appell von UNICEF-Botschafter Lilian Thuram, der in der Presse und auf den Wellen zugunsten der Schüler von Haiti aufgerufen wurde.

In der Tat, um den Kindern von Haiti zu erlauben den Weg der Schule wiederzufinden, will der UNICEF-Botschafter Lilian Thuram Fonds für die Schulkonstruktion in Haiti sammeln. In der Stadt von Port-au-Prince leben momentan mehr als eine Million Personen unter Zelten in mühsamen und unerträglichen Hygienebedingungen. Die Kinder, die den Willen und den Mut haben, zur Schule zu gehen, gehen sehr lange Strecken, manchmal 2 Stunden.

Also erlauben Sie mir Sie zu bitten dieses Projekt über unseren Verein zu unterstützen, der seit der ersten Stunde an der Not dieses Volkes, das hart durch die am 12. Januar dieses Jahres vorgekommene Katastrophe betroffen ist, solidarisch ist

Für all jene unter Ihnen, die wünschen, uns zu helfen Spenden zu sammeln, können Sie diese auf unser Konto überweisen:
Freunde von Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg.e.V.
50101773 BLZ 66250030
Sparkasse Baden-Baden-Gaggenau
Kennwort: Haiti

Ich danke Ihnen im Voraus mit ganzem Herzen.
Serge Chéri-Zécoté Vorsitzender
Vincentistrasse 8

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EINLADUNG

Liebe Freunde der Martinique und der Karibik in Baden-Württemberg,
liebe Landsleute,
sehr geehrte Damen und Herrn und liebe Sympathisanten,

der kulturelle Tag unseres Verbands findet

am Mittwoch 19.Mai 2010 ab 14.30 Uhr

in den Räumlichkeiten der "Badenia - Zum Fortschritt", Vincentistrasse 8 in 76530 Baden-Baden statt.

Dazu laden wir Sie herzlich ein.

Thema
Lateinamerikanische Welt : Klänge, Bilder und Impressionen von der Karibik bis zu Chile

Programm
Empfang durch den Vorstand.
Ansprache unseres Vorsitzenden Serge Chéri-Zécoté
Moderator: Bernd Theis

Ein kleines (exotisches) Büffet begleitet von hervorragenden Gewächsen aus Chile bieten wir Ihnen ab 19.00 Uhr zum Preis von 15.00/Person an

Aus organisatorischen Gründen bieten wir die Interessenten, vor dem 10.Mai, den Betrag von 15.00€/Person auf das Konto des Vereins zu überweisen:
Bankverbindung: Stadtsparkasse Baden-Baden -BLZ 662 500 30 - Kto.-Nr: 50101773

Wir wünschen Ihnen jetzt schon sehr angenehme Stunden am 19 Mai.

Herzliche Grüße

Serge Chéri-Zécoté

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Martinique

Geschichte

Als erster Europäer entdeckte Kolumbus Martinique 1502 auf seiner vierten Reise. Die Insel wurde 1635 von Frankreich kolonialisiert und blieb seitdem bis auf drei kurze Perioden fremder Besatzung in französischem Besitz. Am 23. Juni 1763 wurde Joséphine de Beauharnais, geb. Tascher, die spätere Gattin Napoleons in Trois-Ilets bei Fort de France auf Martinique geboren. Ihre Eltern betrieben dort eine Zuckerrohrplantage, die noch heute als Museum zu besichtigen ist. Auf dem Zentralplatz von Fort de France steht eine kleine Statue von Joséphine, allerdings ohne Kopf, da sie sich bei der Bevölkerung unbeliebt gemacht hatte wegen der erneuten Einführung der Sklaverei auf Martinique.

1902 brach der auf der Insel gelegene Vulkan Mont Pelée aus. Dies hatte 26.000 Tote zur Folge.

1946 wurde Martinique zu einem der französischen Überseedépartements (Départements d'Outre-Mer / DOM), die politisch als Teil des Mutterlandes gelten.

1982 wurde Martinique zur Region erhoben.